Etschtal Süd

15.03.2012: Auftaktgespräch über gemeinsame Gewerbebaulandpolitik im Etschtal

Ein übergemeindliches Gewerbegebiet bietet große Chancen und Vorteile und wäre daher für das südliche Etschtal eine sehr interessante Option: Zu diesem Schluss kamen Bürgermeister, Gemeindereferenten und Unternehmer aus Andrian, Eppan, Mölten, Nals und Terlan beim ersten STEP-Workshop des Standortraums Etschtal Süd.

„Kooperation ist das Gebot der Stunde, gemeinsame Dienste sind künftig unumgänglich“, sagte Arno Kompatscher beim Treffen in Andrian. „In vielen Bereichen wie bei der Abfallbewirtschaftung oder dem Ordnungsdienst funktioniert das bereits. Nun ist es an der Zeit, auch bei der Gewerbebaulandausweisung gemeinsame Wege zu gehen. Die bisher entstandenen Gewerbegebiete waren notwendig, und es braucht sie auch weiterhin. Doch in verschiedenen Gebieten des Landes – wie eben auch im Etschtal - können nur gemeinschaftliche Projekte die Zukunft sein“, sagte der Präsident des Gemeindenverbandes.

An die 1.000 Gewerbegebiete gebe es derzeit in Südtirol, berichtete BLS-Direktor Ulrich Stofner: „Aus Sicht der Raumordnung wird deshalb früher oder später ein Punkt erreicht, an dem man an Grenzen stößt.“ Aus dieser Erkenntnis sei STEP geboren worden – „die Idee, verschiedene Gemeinden zu einem Wirtschaftsstandort zusammenzulegen, damit sie bei Gewerbegebieten ein gemeindeübergreifendes Flächenmanagement betreiben und eventuelle Stärken eines Gebietes besser nutzen können.“

Bei den Workshop-Teilnehmern kam diese Grundidee von STEP gut an; stelle man die Vorteile den Nachteilen gegenüber, so würden die Argumente für eine gemeinsame Gewerbebaulandpolitik auf jeden Fall deutlich überwiegen, so die einhellige Meinung. Franz Blaas, Wirtschaftsreferent von Terlan, sieht in STEP einen sehr interessanten Ansatz für eine künftige übergemeindliche Wirtschaftspolitik: „STEP ist eine tolle Sache und ein gutes Instrument für die Zusammenarbeit der Gemeinden. Es gibt bei jedem Projekt natürlich immer ein Für und Wider; STEP ist ein großes Projekt, das gut überdacht werden muss, aber für die Zukunft wirklich sinnvoll sein kann.“

Für Heinrich Riffesser, Referenten der Gemeinde Eppan, könnte STEP ein Instrument sein, um einer Abwanderung der Betriebe aus den ländlichen Gegenden gegenzusteuern: „Es besteht das Risiko, dass alle interessanten Betriebe sich in Bozen Süd ansiedeln. Durch ein übergemeindliches Gewerbegebiet könnten wir einen Gegenpol schaffen, um solche Betriebe mit interessanten und qualifizierten Arbeitsplätzen zu uns holen zu können.“

Ob und wann ein gemeinsames Gewerbegebiet im südlichen Etschtal entstehen soll, sollen nun die STEP-Verantwortlichen der einzelnen Gemeinden demnächst bei einem weiteren Treffen näher besprechen.

 
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