Tauferer Ahrntal

17.02.2012: 1. Workshop im Tauferer Ahrntal

Wie können die Gemeinden Mühlwald, Sand in Taufers, Ahrntal und Prettau künftig bei der Wirtschafts- und Gemeindebaulandpolitik enger zusammenarbeiten? Diese Frage diskutierten Bürgermeister, Gemeindereferenten und Unternehmer des Standortraums „Tauferer Ahrntal“ bei ihrem ersten STEP-Workshop im Februar.

„Eine gemeinsame Gewerbebaulandpolitik und die gemeinsamen Stärken eines Gebietes haben einen entscheidenden Einfluss auf die zukünftige Attraktivität eines Wirtschaftsraumes, denn eine erfolgreiche Wirtschaft und Raumordnung kennen keine Gemeindegrenzen, sie funktionieren Gemeinde-übergreifend“, unterstrich BLS-Direktor Ulrich Stofner zu Beginn der Veranstaltung. Und er führte ein Beispiel an: Wenn ein Sägewerk in der letzten Ortschaft eines Tales zwar einerseits Arbeitsplätze schaffe, anderseits jedoch regen LKW-Verkehr anziehe, so wäre es sinnvoller, einen Standort für den Betrieb zu finden, der die Bevölkerung weniger belastet und für den Betrieb attraktiver ist – idealerweise in einem gemeindeübergreifenden Gewerbegebiet des gesamten Tales, das über eine ideale Verkehrsanbindung und größere freie Flächen verfügt.

Eine Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden könne Vorteile bringen, dabei dürften aber die peripheren Gebiete nicht geschwächt werden, so der Grundton der Gespräche der Wirtschaftsvertreter. „Ich finde das Projekt sehr interessant. Es wird nach verschiedenen Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesucht. Wichtig ist dabei, dass wir in den Randgemeinden die Arbeitsplätze erhalten und so einer Abwanderung entgegenwirken“, so der Bürgermeister von Mühlwald, Paul Niederbrunner.

Sein Amtskollege, Robert Alexander Steger, Bürgermeister von Prettau, pflichtete ihm bei: „Das STEP-Projekt ist ein sehr wichtiger Ansatz, um das Thema Standort und Standortentwicklung zu diskutieren. Die Art und Weise der Ausführung muss natürlich noch intensiver besprochen werden.“

Die Chancen, die in diesem Projekt liegen, sieht auch die Vizebürgermeisterin von Sand in Taufers, Marianna Oberfrank Forer: „Wenn man bereit ist, Kompromisse einzugehen, dann wird man zu einem guten Ergebnis gelangen.“ Oberfrank Forer nahm an der Sitzung in Vertretung von Bürgermeister Helmuth Innerbichler teil, der als Mitglied der STEP-Steuergruppe bereits von Anfang an am Projekt mitgearbeitet hat.

Dass gemeinschaftliche Gewerbegebiete sehr gut funktionieren können, darüber berichtete Stefan Lettner von der oberösterreichischen Beratungsagentur CIMA anhand von zahlreichen Beispielen aus Österreich. Lettner hatte für STEP den Wirtschaftsstandort „Tauferer Ahrntal“ analysiert und präsentierte die Ergebnisse anlässlich des Workshops (siehe Download unten).

Ob die Gemeinden des Tauferer Ahrntals gemeinsame Gewerbebaulandpolitik betreiben wollen, werden die vier STEP-Verantwortlichen der einzelnen Gemeinden demnächst bei einem Treffen mit der BLS besprechen.

 
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