Unteres Eisacktal

13.12.2011: 2. Treffen der STEP-Verantwortlichen in kleiner Runde

Im unteren Eisacktal wird ein übergemeindliches Gewerbegebiet angedacht. Das war das wichtigste Ergebnis eines hochkarätig besetzten Treffens in kleiner Runde, das Mitte Dezember im STEP-Standortraum Unteres Eisacktal über die Bühne ging. Dieses zweite Meeting der STEP-Verantwortlichen der beteiligten Gemeinden griff die Themen des ersten, großen Workshops von November auf und vertiefte sie. 

Alle Anwesenden unterstrichen, wie wichtig ein übergemeindliches Gewerbegebiet gerade für bereits ansässige Unternehmen ist, die expandieren wollen. Mit der Entscheidung für ein solches gemeinsam verwaltetes Gebiet schaffe man die Basis, künftig auf die Bedürfnisse der Unternehmen schnell und unkompliziert reagieren zu können. Auch die Gemeinden würden entlastet: Sie müssen bei der Enteignung und Erschließung eines Gewerbegebietes finanziell in Vorleistung gehen, was für viele Gemeinden einen enormen Kraftakt bedeutet; bei einem übergemeindlichen Gewerbegebiet werden die Kosten unter allen Gemeinden aufgeteilt und sind so leichter zu stemmen.

Die Suche nach einer möglichen Fläche für ein übergemeindliches Gewerbegebiet ist im unteren Eisacktal nicht einfach - Schuld daran sind die geografischen Gegebenheiten im Tal. Verschiedene Optionen und Varianten sollen nun sondiert und anschließend in einem weiteren Treffen bewertet werden.

18.11.2011: 1. STEP-Workshop im unteren Eisacktal

Wie positionieren wir uns als Wirtschaftsstandort am besten, und wie können wir ein gemeinsames Flächenmanagement organisieren? Mit diesen Fragen beschäftigten sich vor kurzem Bürgermeister, Wirtschaftsreferenten und Unternehmer aus den Eisacktaler Gemeinden Barbian, Feldthurns, Klausen, Lajen, Villanders, Villnöss und Waidbruck. Sie waren zum ersten Workshop des Standortraums unteres Eisacktal im Rahmen des Südtiroler Standortentwicklungsprojektes STEP zusammengekommen.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Überlegung, im unteren Eisacktal ein gemeinsames, übergemeindliches Gewerbegebiet entstehen zu lassen. Unternehmen und Gemeinden sei gleichermaßen geholfen, so die Erkenntnis der Teilnehmer, wenn es an einer verkehrsgünstigen Stelle sofort verfügbare Ansiedlungsflächen für Unternehmen gebe, auf die alle Gemeinden des unteren Eisacktales gemeinsam zurückgreifen könnten. Dabei sei es wichtig, für die Kosten und Einnahmen einen gerechten Aufteilungsschlüssel für die teilnehmenden Gemeinden auszuarbeiten.

„Ich bin optimistisch, dass STEP Zukunft hat, weil wir durch diese übergemeindliche Zusammenarbeit gegenüber anderen Regionen auf jeden Fall konkurrenzfähiger werden. Das ist sicher eine große Chance für uns“, sagt Armin Kerschbaumer, Gemeindereferent der Gemeinde Lajen. Von einem sehr innovativen Projekt spricht Stefan Ploner, Wirtschaftsreferent der Gemeinde Villanders: „Durch dieses Projekt werden alte Muster aufgebrochen, sodass sich Betriebe ansiedeln können, die sonst keine idealen Voraussetzungen finden würden.“ Für Markus Gafriller, den STEP-Verantwortlichen von Barbian, ist es sehr wichtig, in diese Richtung weiter zu arbeiten, „damit wir in Zukunft bestehen bleiben.“

Eine gemeinsame Gewerbebaulandpolitik ist in Südtirol ein neues Thema, nicht aber in anderen europäischen Ländern. In Österreich sind erste gemeinschaftliche Gewerbegebiete bereits vor über 15 Jahren entstanden, um Betriebe durch optimale Bedingungen im Gebiet halten zu können, berichtete Stefan Lettner von der oberösterreichischen Beratungsagentur CIMA. Er hatte für STEP den Wirtschaftsstandort „Unteres Eisacktal“ analysiert und präsentierte die Ergebnisse anlässlich des Workshops (siehe Download am Ende des Artikels).

„Eine Planung für größere Räume wird in Zukunft auch in Südtirol unerlässlich sein“, brachte BLS-Direktor Ulrich Stofner die Wichtigkeit der Initiative auf den Punkt. „Diese übergemeindliche Komponente ist extrem wichtig, denn nur in gemeinsamer Arbeit können wirklich nachhaltige und umsetzbare Strategien für eine Standortpolitik entstehen.“ Jeder Standortraum müsse sich zudem überlegen, wo seine Stärken liegen, um sich besser positionieren zu können, sagte Hubert Hofer, Direktor des TIS und Mitglied der Steuerungsgruppe von STEP.

Dass eine gemeinsame Planung und Verwaltung von Gewerbebauland wichtig und für die Zukunft unerlässlich ist, war auch das Resümee der Teilnehmer des Workshops; insbesondere für Betriebsansiedlungen, aber auch für expandierende Betriebe wurde eine übergemeindliche Gewerbebaulandpolitik von den anwesenden Wirtschaftsvertretern als sehr positiv bewertet. Es sei an der Zeit, die Weichen für die Zukunft zu stellen, und dabei gehe es noch stärker um Vernetzung und Zusammenarbeit. Als nächster „Step“ wird zu Beginn des neuen Jahres ein weiteres Treffen stattfinden. Dabei sollen die STEP-Verantwortlichen konkret überlegen, wo im unteren Eisacktal ein übergemeindliches Gewerbegebiet Sinn machen kann und wie ein entsprechender Aufteilungsschlüssel ausschauen könnte. Im Vorfeld wird nun eine Bestandsaufnahme durchgeführt und der genaue Bedarf an Gewerbeland erhoben. 

 
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