Merkblatt zur Förderung der Produktionsvorbereitung und der Produktion (kombinierter Antrag) Stand: 21. Jnauar 2014

In dem Merkblatt zur Förderung der Produktionsvorbereitung und der Produktion haben wir alle wesentlichen Informationen zusammengefasst, die Sie zur Antragstellung benötigen. Sollten Sie dennoch Fragen zur Antragstellung haben, helfen wir Ihnen gerne persönlich weiter.

1 Ausrichtung und Ziele der Förderung
2 Was verstehen wir unter einem kombinierten Antrag auf Produktionsvorbereitungs- und Produktionsförderung?
3 Welche Produktionen fördern wir?
4 In welcher Form fördern wir?
5 Wer ist antragsberechtigt und wen fördert die BLS?
6 Höhe der Förderungen
7 Der erforderliche Territorialeffekt (betrifft nur die Produktionsförderung)
8 Der kulturelle Eigenschaftstest
9 Wie läuft die Förderung konkret ab? Von der Beantragung bis zur Einseitigen Verpflichtungserklärung
10 Welche Angaben sind für die Beantragung der Fördergelder notwendig?
11 Ergänzende Informationen zum Online - Antrag
12 Was muss ich bei der Kalkulation des Projekts berücksichtigen?
13 Kostenarten und ihre Anerkennung
14 Eigenanteil
15 Koproduktionen
16 Kalkulationen und Finanzierungsplan als Bestandteil der Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE)
17 Auszahlung der Fördermittel und Ausstellung des Letter of Intent (LOI)
18 Teilbeträge, Fristen und Verpflichtungen
19 Verwendungsnachweis
20 Sonstige Informationen
21 Rechtliche Hinweise

1 Ausrichtung und Ziele der Förderung

Die Autonome Provinz Bozen fördert die Vorbereitung von Film- und Fernsehproduktionen, um mittel- und langfristig Projekte zu ermöglichen, die einen gesamtwirtschaftlichen und insbesondere einen filmwirtschaftlichen Territorialeffekt für Südtirol (= Südtirol-Effekt) erreichen. Zuständig für die Durchführung der Südtiroler Filmförderung ist BLS Südtirol Alto Adige. Unsere Aufgabe besteht darin

  • Sie und Ihre Produktionsfirmen umfassend über die Filmförderung zu informieren
  • Sie in allen relevanten Punkten bezüglich der Filmförderung zu beraten
  • Förderanträge anzunehmen, zu bearbeiten und zu evaluieren
  • den Auszahlungsprozess zu begleiten und die Voraussetzungen für die Auszahlung der einzelnen Förderraten zu prüfen (u.a. Prüfung der Rechte, der Kalkulation und der Finanzierung Ihres Projekts)

2 Was verstehen wir unter einem kombinierten Antrag auf Produktionsvorbereitungs- und Produktionsförderung?

Mit der kombinierten Variante unterstützen wir Projekte mit einer besonderen Bedeutung für den Filmstandort Südtirol. Nach unserer Definition ist ein Projekt besonders dann von besonderer Bedeutung für den Standort, wenn bereits ein hohes Marktinteresse am Projekt vorliegt oder dieses angenommen werden kann, wenn das Projekt einen besonders hohen kulturellen Bezug zu Südtirol aufweisen kann oder wenn durch die Realisierung des Projekts in Südtirol besonders hohe lokale Ausgaben für den Standort generiert werden können.

Der Fokus dieser Förderart liegt darauf aufbauend auf Projekten, deren produktionsvorbereitende Maßnahmen einen erhöhten Aufwand für die Produktionsfirma bedeuten. Entweder, weil der Drehort nach Südtirol verlegt oder weil der Stoff auf den Drehort Südtirol adaptiert werden soll. Eine reine Drehbuchentwicklung können wir in dieser Variante nicht fördern.

Die kombinierte Förderung soll dem Produzenten Mehrkosten für eine Anpassung ersparen und die Finanzierung des Projekts beschleunigen. „Kombiniert“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sowohl die Produktionsvorbereitung als auch die Produktion selbst unterstützt werden kann. Wir können uns also ergänzend zu einer Förderung der Produktionsvorbereitung auch für einen Zuschuss zur Produktion selbst aussprechen. Je konkreter Sie über die Produktionsvorbereitungskosten hinaus Angaben zu den Gesamtherstellungskosten des Projekts und zu einem Territorialeffekt in Südtirol machen können, je weiter das Packaging Ihres Projekts zum Zeitpunkt der Antragstellung also bereits fortgeschritten ist, umso konkreter können wir uns gleichzeitig mit der Zusage einer Förderung der Produktionsvorbereitung in einem beiliegenden Letter of Intent (LOI) zu einer potentiellen Förderhöhe im Rahmen der Produktionsförder ung äußern. Bestenfalls sprechen wir uns für beide Förderarten gleichzeitig aus.


3 Welche Produktionen fördern wir?

BLS fördert die Produktionsvorbereitung von Spiel-, Animations-und Dokumentarfilmen für Kino und TV sowie Serien und Mehrteiler.

Dokumentarfilme müssen dabei mindestens auf 30 Minuten, Fernsehfilme und Serien auf 45 Minuten und Kinofilme auf 80 Minuten angelegt sein. Produktionen von Werbefilmen, Sportsendungen sowie Unterhaltungs- und Informationsformaten (z.B. Magazinsendungen, Fernsehshows sowie Reality-TV) können wir nicht unterstützen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir im Rahmen des kombinierten Förderverfahrens ausschließlich Produktionen berücksichtigen können, bei denen das Packaging schon weit fortgeschritten ist. So setzen wir unter anderem voraus, dass das
Drehbuch zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vorliegt ebenso wie eine mindestens zu 60 % geschlossene Finanzierung hinsichtlich der Gesamtherstellungskosten des Projekts.

Bitte denken sie daran, im Rahmen Ihres Antrags hervorzuheben, warum Ihr Projekt nach der weiter oben genannten Definition von besonderer Bedeutung für den Filmstandort Südtirol ist. Geeignete Stellen dafür sind vor allen Dingen die Producer’s Note und die Director’s Note.

Internationale Koproduktionen, insbesondere solche zwischen Italien, Deutschland und Österreich, werden bevorzugt behandelt.


4 In welcher Form fördern wir?

BLS unterstützt in Form von finanziellen Zuschüssen, die nicht zurückerstattet werden müssen – unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg der Produktion.


5 Wer ist antragsberechtigt und wen fördert die BLS?

5.1 Zielgruppen

Unser Fördermodell richtet sich ausschließlich an Produktionsfirmen, und zwar unabhängig vom Standort ihres Unternehmenssitzes. Bitte beachten Sie, dass wir im Vorfeld sowie im Verlauf einer Antragstellung ausschließlich mit den antragstellenden Produzenten über antragsrelevante Fragen sprechen können. Im Fall einer Koproduktion stellt in der Regel der majoritäre Produzent den Antrag. Ob im Falle einer Förderung der majoritäre Produzent oder die Koproduzentengemeinschaft unterstützt wird, stimmen Sie bitte im Einzelfall mit uns ab. Die Eigenschaft der Majorität ergibt sich, wie international üblich, über den Copyright-Anteil. Dieser muss nachgewiesen sein und mindestens 50% betragen.

5.2 Ausnahmen

Ausnahmen gelten für internationale Koproduktionen mit italienischer Beteiligung. In diesen Fällen soll gemäß unseres Modells der majoritäre italienische Produzent den Antrag stellen, und zwar selbst dann, wenn er innerhalb der internationalen Partner minoritär ist. Gefördert wird in diesen Fällen der Anteil des italienischen Produktionspartners. Sobald ein Südtiroler Produzent in eine nationale oder internationale Koproduktion involviert ist, tritt eine weitere Ausnahmeregel ung in Kraft. Dann stellt grundsätzlich die Südtiroler Produktionsfirma den Antrag auf Förderung, ganz unabhängig von ihrem Status in der Koproduktionsgemeinschaft.

Analog zur oben genannten Regelung fördern wir auch in diesen Fällen den Anteil des südtiroler Produktionspartners.

Bitte beachten Sie, dass sich die Informationen unter Punkt 5.1. und 5.2 in erster Linie auf Kinofilmproduktionen beziehen. Sollten Sie ein als klassische TV-Koproduktion angelegtes Projekt zur Förderung einreichen wollen, halten Sie bitte Rücksprache mit uns.


6 Höhe der Förderungen

Wir können im Rahmen unseres Modells bis zu 50% der kalkulierten Produktionsvorbereitungskosten fördern, maximal 50.000,00 € pro Projekt. Kumulierungen mit anderen Förderungen auch über die 50%-Grenze hinaus sind grundsätzlich möglich.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir uns im Zuge der Evaluierung von eingereichten Projekten Kürzungen bei der Höhe des beantragten Zuschusses vorbehalten.

Die Produktionsförderung selbst kann bis zu 1.500.000 € pro Projekt betragen. Kumulierungen mit anderen Förderungen sind möglich. Allerdings darf der Gesamt-Förderanteil der Finanzierung der Herstellungskosten 50% des Budgets nicht überschreiten.

Ausnahmen bilden sogenannte „kleine und schwierige Filme“ oder „mit knappen Mitteln erstellte Filme“. Unter mit knappen Mitteln erstellte Filme verstehen wir Kinoprojekte mit weniger als 1.500.000,00 € Budget. Schwierige Filme im Sinne unserer Definition sind.

Erst- und Zweitwerke im Bereich Kinofilm, Dokumentarfilme, Projekte von Filmschulen sowie Filme von besonderem kulturellem Interesse, die mindestens acht Punkte im kulturellen Eigenschaftstest erzielen. In diesen Fällen können wir bis zu 80% der Gesamtherstellungskosten fördern.


7 Der erforderliche Territorialeffekt (betrifft nur die Produktionsförderung)

Der Territorialeffekt ist nur für die mit der Produktionsvorbereitungsförderung gleichzeitig mit beantragte Produktionsförderung aus- und nachzuweisen.

7.1 Grundsätze

Im Rahmen der Produktionsförderung bitten wir Sie zu belegen, dass im Verhältnis
zur Fördersumme folgende Herstellungskosten in Südtirol ausgegeben werden:

  • mindestens 150% bei einem Projekt, das keinen kulturellen Bezug zu Südtirol aufweist und im Schwerpunkt nicht an erkennbaren Locations des Landes gedreht wird
  • mindestens 125% bei einem Projekt, das einen kulturellen Bezug zu Südtirol hat oder im Schwerpunkt an erkennbar Südtiroler Locations
  • gedreht wird
  • mindestens 100% bei einem Projekt, das einen kulturellen Bezug zu Südtirol hat und im Schwerpunkt an erkennbaren Locations des Landes gedreht wird

Wenn Sie im Förderantrag für die Produktionsförderung einen höheren Territorialeffekt angeben, muss die Produktion diesen auch tatsächlich erbringen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir einen höheren als von Ihnen in Ihrem Antrag kalkulierten Territorialeffekt zur Bedingung für eine finale Förderzusage machen können. In diesem Fall steht es Ihnen natürlich frei, auf die Förderung zu verzichten.

7.2 Abweichungen

Wir können auf Antrag von den oben genannten Grundsätzen abweichen, wenn

  • es sich um Projekte lokaler Produzenten handelt, die einen starken kulturellen Bezug zu Südtirol haben oder die wirtschaftlich ansonsten gefährdet wären;
  • es sich um ein Projekt handelt, das von besonderer strategischer Bedeutung für die Entwicklung des Filmstandorts Südtirol ist;
  • das für das Projekt stofflich und technisch unabdingbar oder zur Vermeidung eines unverhältnismäßig hohen Aufwands erforderlich ist;
  • es sich um „schwierige Filme“ oder „mit knappen Mitteln erstelle Filme“ handelt.

7.3 Sonstiges

Trotz unserer Regelungen zum Territorialeffekt gewährleisten wir, dass Ihre Produktion mindestens 20 % der Herstellungskosten in einem anderen Land des Europäischen Wirtschaftsraums ausgegeben kann. Der von uns gewährte Zuschuss wird dabei nicht gekürzt. Wir können Sie in keinem Fall verpflichten, mehr als 80 % des Produktionsbudgets in Südtirol auszugeben.

Im Einzelfall können wir auf Antrag zu einem späteren Zeitpunkt einen geringeren


8 Der kulturelle Eigenschaftstest

Grundsätzlich können wir nur solche Projekte fördern, die in einem kulturellen Eigenschaftstest mindestens vier von maximal 16 Punkten erhalten. Wir empfehlen Ihnen ausdrücklich, Ihr Projekt zur Ihrer eigenen Gewissheit selbst zu prüfen, bevor
Sie den Förderantrag einreichen. Die entsprechende Maske finden Sie online unter: Kultureller Eigenschaftstest.

Bitte beachten Sie, dass Sie im Falle eines positiven Förderbescheids während der Produktionsvorbereitung bzw. der Produktion selbst keine Änderungen am Projekt vornehmen können, die zur Folge hätten, dass das geförderte Projekt im Kulturtest weniger als vier Punkte erreicht.


9 Wie läuft die Förderung konkret ab? Von der Beantragung bis zur Einseitigen Verpflichtungserklärung

Sie können Ihren Antrag jederzeit und ausschließlich über unser Online-Portal erstellen, bearbeiten und abschicken. Wir berücksichtigen diesen dann grundsätzlich im Rahmen des nächsten Prüfungszeitfensters. Dieses beginnt an den definierten Tagen jeweils um 12:00 Uhr.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir Ihnen erst dann einen Log-In zu unserem Online-Portal zukommen lassen können, nachdem Sie mit uns ein Beratungsgespräch über das Projekt geführt haben, das Sie zur Förderung einreichen möchten. Das
Beratungsgespräch soll in der Regel mindestens zehn Tage vor Ablauf der Einreichfrist geführt worden sein. Wir behalten uns ausdrücklich vor, Projekte nicht zu berücksichtigen, für die innerhalb des genannten Zeitraums kein Beratungsgespräch
vereinbart wurde.

9.1 Der zeitliche Ablauf

Innerhalb von etwa fünf Wochen nach Beginn des Prüfungszeitfensters evaluieren wir die eingereichten Projekte in Zusammenarbeit mit einem Expertengremium hinsichtlich kultureller und wirtschaftlicher Kriterien und sprechen in einer gemeinsamen Fördersitzung eine Empfehlung zur Annahme oder zur Ablehnung des jeweiligen Förderantrags aus.

Innerhalb von sechs bis sieben Wochen nach Beginn des jeweiligen Prüfungszeitfensters legt sich die Südtiroler Landesregierung auf Basis unserer Empfehlung endgültig auf die zu fördernden Projekte fest. Diese Festlegung teilen wir Ihnen in jedem Fall schriftlich mit. Auch im Falle einer Ablehnung erhalten Sie von uns eine schriftliche Mitteilung. Das Schreiben, dass sie im Falle einer positiven Festlegung der Landesregierung erhalten, hat den Charakter einer grundsätzlichen, jedoch zeitlich befristeten Förderzusage.

Innerhalb der in dieser Förderzusage angegeben Frist (in der Regel drei Monate) haben Sie die Möglichkeit, Ihre Projektvorbereitung zu finalisieren, d.h. insbesondere Ihre Finanzierung zu schließen und auf Basis dieser eine endgültige Kalkulation der Produktionsvorbereitungsmaßnahmen zu erstellen.

Sobald

  • Sie uns glaubhaft gemacht haben, in welcher Form die Finanzierung der Produktionsvorbereitung endgültig erfolgen wird und
  • auch die finale rechtliche Prüfung des Projekts positiv verlaufen ist

stellen wir Ihnen eine projektbezogene, sogenannte Einseitige Verpflichtungserklärung (EVE) aus. Diese enthält alle genauen Förderbedingungen (u.a. anerkannte Kosten der Produktionsvorbereitung, anerkannte Maßnahmen für die Produktionsvorbereitung) und hat den Charakter der finalen und rechtlich verbindlichen Förderzusage. Die Einseitige Verpflichtungserklärung ist mit dem anderenorts üblichen Fördervertrag vergleichbar.

9.2 Das Beratungsgespräch

Wie bereits weiter oben erwähnt, müssen wir Sie bitten, ein projektbezogenes Beratungsgespräch mit einem unserer Mitarbeiter zur führen, bevor wir Ihren einen Log-In für unser Förderportal zukommen lassen können. In diesem Gespräch stellen
wir Ihnen persönlich oder telefonisch dar, wie Sie die Grundvoraussetzungen zur Förderung am besten erfüllen. Bitte terminieren Sie dieses Gespräch spätestens zehn Tage vor dem geplanten Einreichtermin.

9.3 Das Antragsformular und die Einreichung

Nach dem Beratungsgespräch können Sie sich im Online-Portal www.filmfund.bls.info registrieren. Um Ihre Registrierung für die Erstellung des Antrags freischalten zu können, benötigen wir zur sogenannten „leichten Identifizierung“ die Kopie des Personalausweises eines  gesetzlichen Vertreters der antragstellenden Produktionsfirma. Indem der gesetzliche Vertreter diese Kopie unterschreibt, bestätigt er, dass er für die Richtigkeit der Angaben im Antrag verantwortlich ist bzw. dass in seinem Auftrag gehandelt wird. Sie können uns die erwähnte mit Unterschrift versehene Kopie via Email oder Fax zukommen lassen. Nachdem wir Sie daraufhin freigeschaltet haben, können Sie Ihren Antrag online ausfüllen, die notwendigen Dokumente hochladen und über die Applikation absenden.

Darüber hinaus bitten wir Sie, uns die dem Antrag zugrundeliegenden Drehbücher (bei Dokumentarfilmprojekten das ausführliche Treatment) in fünffacher Ausfertigung auf dem Postweg zukommen zu lassen. DVDs oder andere Unterlagen, die nicht elektronisch versendet werden können, dürfen Sie den Drehbüchern / Treatments gerne beilegen. Auch die gedruckten Unterlagen müssen uns innerhalb der Antragsfrist vorliegen, damit wir Ihren Antrag als Ganzes berücksichtigen können.

Für die Bearbeitung Ihres Antrags sind wir gezwungen, eine Antragsgebühr zu erheben. Bitte überweisen Sie zu diesem Zweck € 16,00 direkt auf das Konto der BLS. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Punkt 10 dieses Merkblatts.

9.4 Vollständige Antragsunterlagen

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir Ihren Antrag nur dann zur weiteren Prüfung zulassen können, wenn dieser samt Anlagen vollständig bei uns eingereicht wurde.

9.5 Rückzug des Antrags und erneute Einreichung

Sie können einen eingereichten Antrag ohne besondere Begründung bis zum Ende des zwölften Tages nach Ende der jeweiligen Einreichfrist zurückziehen. Die Einreichung gilt dann als nicht erfolgt.

Ein späterer Rückzug ist nur in Ausnahmefällen möglich. Ein schriftlicher Antrag auf Rückzug des Projekts muss bis spätestens 18 Uhr am Tag vor der jeweiligen Fördersitzung des BLS-Expertengremiums (etwa fünf Wochen nach Ende der Einreichfrist) bei der BLS eingegangen sein und bedarf einer besonderen Begründung. Es obliegt der BLS zu entscheiden, ob dem Antrag auf Rückzug stattgegeben wird.

Abgelehnte Projekte können zu jeder Zeit, jedoch nur einmalig und nach substanziellen Änderungen am Projekt bzw. am Antrag neu eingereicht werden. Substanzielle Änderungen sind z.B. ein neues Drehbuch oder die Bestätigung eines neuen und entscheidenden Finanzierungsbausteins.

Bitte heben Sie im Falle einer erneuten Einreichung diese substanziellen Änderungen in Ihrem Antrag klar hervor und geben Sie in Ihrer Producers’s Note Begründungen dafür an, warum Sie einen erneuten Antrag auf Basis der substanziellen Änderungen an Ihrem Projekt für berechtigt halten.

9.6 Das Expertengremium

Die Rolle des Ausschusses ist nicht entscheiden der, sondern beratender Natur. Dennoch legen wir auf die Meinungen seiner Mitglieder großen Wert und formulieren unsere Empfehlung in Absprache mit dem Gremium. Diese Formulierung legen wir der Landesregierung vor, welche die zu fördernden Projekte final festlegt.

9.7 Aufschieben der Entscheidung

Das Expertengremium kann gemeinsam mit BLS die Empfehlung aussprechen, über ein eingereichtes Projekt in der jeweiligen Folgesitzung erneut zu beraten. Dies bedeutet, dass in der aktuellen Sitzung weder eine positive noch eine negative
Empfehlung hinsichtlich der eventuellen Förderung des Projekts ausgesprochen wird. Das Gremium kann in diesen Fällen beschließen, neue bzw. aktualisierte Dokumente zu dem jeweiligen Projekt einzufordern.


10 Welche Angaben sind für die Beantragung der Fördergelder notwendig?

Für den Antrag auf kombinierte Förderung der Produktionsvorbereitung und der Produktion unterscheiden wir zwei Arten von Unterlagen. Zwingend einzureichen sind all jene, die auch für den Antrag einer separaten Förder ung der Produktionsvorbereitung notwendig sind.

Sie können die folgenden Unterlagen in deutscher, italienischer oder englischer Sprache einreichen. Unterlagen in anderen Sprachen können wir leider bei der Evaluation Ihres Antrags nicht berücksichtigen. Im Falle einer Einreichung in Deutsch oder Italienisch bitten wir Sie, die entsprechend gekennzeichneten Dokumente (zusätzlich) in englischer Sprache zur Verfügung zu stellen. Alle Unterlagen können im Online-Antragsformular nach Ihrer Registrierung unter http://filmfund.bls.info hochgeladen werden (siehe Punkt 9.3 dieses Merkblatts).

10.1 Die Pflichtunterlagen

Die Pflichtunterlagen für den Antrag auf kombinierte Förderung bestehen aus folgenden Dokumenten:

  • Anschreiben des antragstellenden Produzenten an die BLS
  • Das Drehbuch in Deutsch, Italienisch oder Englisch und
  • Synopsis in Englisch (max. 2 DIN
  • A4 Seiten, mindestens Schriftgröße 10, Zeilenabstand mindestens 1,5) und
  • ein Treatment in Englisch (max. 12 DIN
  • A4 Seiten, mind. Schriftgröße 10, Zeilenabstand mind. 1,5)
  • Producer’s Note und Director’s Note in Englisch über das Projekt und die mögliche Verwirklichung des Projekts nach den Kriterien der Produktionsvorbereitungsförderung sowie der Produktionsförderung von BLS. Bitte nutzen Sie insbesondere die Producer’s Note, um zu begründen, warum Ihr Projekt nach unseren Kriterien von besonderer Bedeutung für den Filmstandort Südtirol ist und warum Ihrer Meinung nach ein kombinierter Förderantrag berechtigt ist.
  • Einen Nachweis über den Erwerb der erforderlichen Nutzungsrechte (z.B. Stoff, Drehbuch, Titel, Lebensgeschichte)
  • Einen Projektentwicklungsplan
  • Eine Kalkulation über die gesamte Produktionsvorbereitung
  • Einen Finanzierungsplan über die Projektkalkulation inklusive aller bereits vorhandenen Finanzierungsbelege über die einzelnen Finanzierungsbausteine
  • Auswertungskonzept in Englisch
  • Eine Übersicht über bereits erfolgte oder noch geplante Einreichungen bei anderen Förderinstitutionen inkl. Angabe des Status quo
  • Die Filmographie des antragstellenden Unternehmens sowie die Biografien der Produzenten in branchenüblicher Detailtiefe
  • Eine Biographie und Filmographie des Regisseurs in branchenüblicher Detailtiefe
  • Ein Auswertungskonzept
  • Einen Beleg für das Interesse des Marktes am Projekt: zum Beispiel einen Verleihvertrag (Deal Memo) oder einen Lizenzvertrag mit einem Sender. Je nach Beschaffenheit akzeptieren wir auch LOIs.
  • Eine vorläufige Aufstellung von Key Cast & Crew. Bitte belegen Sie dabei verbindliche Zusagen und heben Sie Personen hervor, die in Südtirol steuerpflichtig sind.
  • Ein Finanzierungsplan über die gesamten Herstellungskosten
  • Einen Handelsregisterauszug und die Bilanz des Antrag stellenden Produktionsunternehmens für die vergangenen zwei Geschäftsjahre sowie eine GuV
  • Rechnung
  • Angaben zu Aus-und Weiterbildung für Südtiroler Personal im Rahmen Ihres Projekt (z.B. Praktikantenplätze)
  • Zusätzliche Visualisierung soweit vorhanden
  • Beleg über die angegeben Eigenmittel (mittels Bankbestätigung nachzuweisendes Bankguthaben bzw. über ein entsprechendes Bankdarlehen)
  • Den Überweisungsbeleg der Antragsgebühr in Höhe von 16,00 € unter Angabe des Projekttitels und des Antragstellers. Die Kontoverbindung lautet:

SÜDTIROLER VOLKSBANK GEN.A HAUPTFILIALE BOZEN – LEONARDO DA VINCI STRASSE
Kontoinhaber:
Business Location Südtirol Alto Adige AG
St.-MwSt.-Nr IT02595720216
IBAN: IT23 Z058 5611 6010 5057 1262 310
BIC: BPAAIT2B050

Im Falle einer Koproduktion können weitere Unterlagen erforderlich sein.

10.2 Die optionalen Unterlagen

Je nach Status quo Ihres Projekts können Sie zusätzlich weitere Dokumente hinzufügen. Hierbei handelt es sich um all jene Unterlagen, die für den Antrag auf Produktionsförderung erforderlich sind. Im Online-Antrag auf kombinierte Förderung sind
die entsprechenden Felder optional. Je mehr Unterlagen Sie einreichen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen entsprechend konkreten LOI ausstellen bzw. die Bewilligung Ihres Antrags auf Produktionsförderung gleichzeitig mit der Produktionsvorbereitungsförderung empfehlen.

Folgende Unterlagen können Sie je nach Projektfortschritt einreichen:

  • Das Drehbuch in Englisch
  • Einen Drehplan in aktueller Fassung
  • Einen Herstellungsplan in aktueller Fassung
  • Eine Kalkulation über die gesamten Herstellungskosten unter Ausweisung des Territorialeffekts, inklusive aller Vorkosten
  • Eine Aufstellung der geplanten Besetzung und des geplanten Stabs. Bitte belegen Sie dabei verbindliche Zusagen. Bitte heben Sie außerdem diejenigen Rollen und Positionen hervor, die mit Personen bzw. Dienstleistern besetzt werden sollen, die von uns als Territorialeffekt anerkannt werden sollen (vgl. Sie dazu auch die Informationen unter 13.12). Sollten Sie diesbezüglich schon über konkrete Namen verfügen, geben Sie zu diesen bitte schon in den Antragsunterlagen den entsprechenden Wohn- bzw. Firmensitz an Zusätzliche Visualisierung soweit vorhanden

Im Falle einer Koproduktion können weitere Unterlagen erforderlich sein.


11 Ergänzende Informationen zum Online-Antrag

Sie können Ihren Antrag bei uns ausschließlich online unter http://filmfund.bls.info einreichen. Bitte berücksichtigen Sie dabei Punkt 9.3 dieses Merkblattes.

Die Online-Anwendung führt Sie Schritt für Schritt durch die einzelnen Stufen der Antragstellung. Sie werden zunächst gebeten, Ihr Projekt anzulegen. Anschließend können Sie die Art der Förderung auswählen. Freigeschaltete Projektanträge können
Sie jederzeit über die Online-Applikation bearbeiten. Die im Antragsformular mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

11.1 Unvollständige Online-Einreichung

Anträge, die zum Einreichtermin unvollständig vorliegen, können wir leider nicht weiterbearbeiten und nicht zur Evaluierung zulassen. Dies gilt auch, wenn die Druckfassung Ihres Antragsformulars nicht fristgerecht bei uns eintrifft oder nicht mit den Angaben im Online-Antrag übereinstimmt. Sie können dann zum nächsten Termin einen neuen Versuch starten. Bitte halten Sie bei Fragen Rücksprache mit uns.

11.2 Angegebene Kontaktperson

Im Rahmen des Antrags muss ein Ansprechpartner der antragstellenden Produktionsgesellschaft benannt werden.

11.3 Ausreichende Detailtiefe

Bitte achten Sie bei Biografien und Filmographien auf ausreichende und branchenübliche Detailtiefe. Wir wünschen uns folgende Mindestangaben für jedes vergangene Projekt in der Filmographie der Produzenten bzw. des Regisseurs:

  • Risikotragende (Ko-) Produzenten
  • Regie
  • Drehbuch
  • Hauptdarsteller
  • Jahr der Veröffentlichung

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich zu oberflächliche Informationen in diesem Bereich negativ auf die formale Begutachtung Ihres Antrags auswirken kann.

11.4 Professionelle Stab-und Besetzungsliste

Kreatives und technisches Personal sowie Dienstleister, die bei Antragstellung bereits Teil des Projektteams sind, erfassen Sie bitte in einer ausführlichen branchenüblichen Stab- und Besetzungsliste unter Angabe des steuerlich relevanten Wohn- bzw. Geschäftssitzes. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn die entsprechende Leistung von uns im Rahmen der Produktionsförderung als Territorialeffekt anerkannt werden soll.

In jedem Fall sollte Ihrem Antrag eine Liste derjenigen Rollen, Positionen und Dienstleister beiliegen, die von uns gemäß unserer Kostenanerkennungsliste (vgl. dazu Kapitel 13.12 dieses Merkblatts) als Territorialeffekt anerkannt werden sollen.
Sollten Sie diesbezüglich schon über konkrete Namen verfügen, geben Sie zu diesen bitte schon in den Antragsunterlagen den entsprechenden Wohn- bzw. Firmensitz an.

11.5 Unterlagen in englischer Sprache

Um Ihre Anträge professionell und möglichst umfassend beurteilen zu können, besteht das Expertengremium der BLS aus deutsch- und italienischsprachigen Experten. Damit sich alle Mitglieder des Gremiums unabhängig von ihren Deutsch- bzw. Italienischkenntnissen ein ausreichend profundes Bild Ihres Projekts machen können, bitten wir Sie, die von uns gekennzeichneten Unterlagen zusätzlich oder ausschließlich in englischer Sprache einzureichen.

Als besonders relevant hat sich in diesem Zusammenhang die Vorlage eines englischsprachigen Treatments herausgestellt. Für die Projektevaluation weisen wir allen Mitgliedern unsers Gremiums aus der Gesamtheit aller eingereichten Projekte jeweils etwa acht bis zehn sogenannte Schwerpunktprojekte zu, die von den jeweiligen Experten in der Gesamtheit der eingereichten Unterlagen inklusive der Lektüre des Drehbuches inhaltlich, wirtschaftlich, finanziell und rechtlich evaluiert werden. Zur Begutachtung aller neben den jeweiligen Schwerpunktprojekten eingereichten Anträge können die Experten auf die Lektüre des Drehbuches verzichten – müssen aber in die Lage versetzt werden, sich auf andere Art und Weise ein Bild von der inhaltlichen und dramaturgischen Gestaltung des Projekts zu machen. Exakt aus diesem Grund benötigen wir eine auch englischsprachige Fassung Ihres Treatments.

Sollten Sie über kein klassisches Treatment verfügen und aus diesem Grund auch keine Übersetzung vornehmen lassen können, reicht uns auch eine besonders ausführliche Inhaltszusammenfassung des Projekts.

Grundsätzlich gilt: Je besser aus dem eingereichten Dokument die inhaltliche und dramaturgische Gestaltung des Projekts, die Zeichnung der Figuren sowie die Gestaltung der Dialoge deutlich wird, desto umfassender können sich die Mitglieder des Gremiums mit Ihrem Projekt auseinandersetzen und sich im Idealfall für eine Förderung einsetzen.

11.6 Vorlage aller vorhandenen Finanzierungsnachweise

Für alle Finanzierungsbestandteile, die Sie im Finanzierungsplan zu Ihrem Projekt als „ok“ kennzeichnen (Bsp.: Verleihvertrag mit Minimumgarantie, Koproduktionsvertrag mit einem Fernsehsender, Beitrag einer anderen Filmförderung) müssen dem Antrag auf Filmförderung die Dokumente beigelegt werden, die die jeweilige Finanzierung bestätigen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns nur auf diese Art und Weise ein Bild von der tatsächlichen Finanzierungssituation Ihres Projekts und der damit eng verbundenen Real isierungswahrscheinlichkeit machen können.

Anträge, bei denen als bestätigt gekennzeichnete Finanzierungsbestandteile nicht glaubhaft belegt sind, müssen wir leider als unvollständig betrachten. Dies hat zur Folge, dass sie für eine Förderung der BLS nich t in Betracht genommen werden.

11.7 Angabe sämtlicher Finanzierungsbausteine im Finanzierungsplan

In der Regel wird Ihr kombinierter Antrag auf Förderung der Produktionsvorbereitung UND der Produktion zwei Finanzierungspläne erhalten: einen über die Produktion svorbereitung sowie einen über die eigentliche Herstellung des Projekts.

Bitte berücksichtigen Sie, dass Sie verpflichtet sind, in beiden Finanzierungsplänen alle vorhandenen sowie alle geplanten Finanzierungsbausteine unter Angabe der Höhe der Finanzierung sowie der Finanzierungsart zu nennen, so dass ein realistisches Bild von der jeweiligen Finanzierungssituation entsteht. Das gilt auch für Finanzierungsarten wie Rückstellungen und Beistellungen sowie für den Eigenanteil. Sollten Sie nach dem Abschicke n des Antrags weitere Finanzierungsquellen miteinbeziehen wollen, bitten wir Sie, uns dies unverzüglich mitzuteilen. Dies gilt insbesondere im Falle einer positiven Förderzusage. Einer anderen als dem Antrag zugrundeliegenden Finanzierung der Produktionsvorbereitung muss seitens der BLS zugestimmt werden.

Sollten Sie bereits in früheren Phasen (z.B. Drehbuch) Förderungen oder Finanzierungen erhalten haben, bitten wir Sie, die entsprechenden Angaben im Antrag in Kapitel 1 des Antrags zu machen.


12 Was muss ich bei der Kalkulation des Projekts berücksichtigen?

Im Folgenden haben wir für Sie alle relevanten Punkte in Sachen Kalkulation zusammengefasst. Sollten dennoch Fragen entstehen, wenden Sie sich bitte persönlich an uns, bevor Sie den Online-Antrag abschließend ausfüllen und abschicken. Wir unterstützen Sie gerne.

Bitte berücksichtigen Sie, dass Sie uns im Rahmen des kombinierten Antrag im Idealfall zwei Kalkulationen einreichen: eine erste über die Produktionsvorbereitungskosten sowie eine weitere über die kalkulierten Gesamtherstellungskosten des Projekts.

12.1 Kalkulation der Produktionsvorbereitung

12.1.1 Vorgegebenes Kalkulationsschemas bei der Übersichtskalkulation

Im Online-Antrag stellen wir Ihnen zur Vereinfachung Ihrer Kalkulation der Produktionsvorbereitungsmaßnahme ein Kalkulationsschema zur Verfügung, welches eine grobe Übersicht über die Kostenplanung liefert. Es basiert auf einem Schema, das zur Beantragung von MEDIA-Mitteln entwickelt wurde und ist Ihnen insofern unter Umständen bereits vertraut. Die detaillierte Kalkulation Ihrer Vorbereitungsmaßnahme sollte ebenfalls auf diesem Schema basieren und ist als verpflichtende Anlage zu Ihrem Antrag im Onlinesyst em hochzuladen. Bitte beachten Sie dazu auch den folgenden Absatz.

12.1.2 Wissenswertes zur Detailkalkulation der Produktionsvorbereitung

Zusätzlich zu den Angaben in der Übersichtskalkulation bitten wir Sie, im Antrag auch eine Detailkalkulation der Produktionsvorbereitung Ihres Projekts hochzuladen. Bitte nutzen Sie zur Erstellung dieser Detailkalkulation in der Regel die ausführliche Version des schon weiter oben erwähnten MEDIA-Kalkulationsschemas, auf dem auch die Übersichtskalkulation (vgl. Punkt 13.1) basiert. Im Service-Bereich unserer Website könnten Sie die Kalkulationshilfe in Form einer Excel-Tabelle herunterladen.

12.2 Kalkulation der Gesamtherstellungskosten

12.2.1 Verbindliche Wahl des Kalkulationsschemas bei der Übersichtskalkulation

Im Online-Antrag können Sie zwischen einem Kalkulationsschema nach dem italienischen Fondo Unico dello Spettacolo (FUS) und dem in Deutschland üblichen Kalkulationsschema der Filmförderungsanstalt (FFA) wählen. Die Einschränkung auf zwei mögliche Kalkulationsschemata für Ihre Überblickskalkulation hilft uns, Ihre Anträge besser miteinander vergleichen zu können. Bitte beachten Sie, dass die Wahl verbindlich ist und nicht rückgängig gemacht werden kann.

12.2.2 Wissenswertes zur Detailkalkulation

Soweit dies der Projektstatus schon zulässt, bitten wir Sie zusätzlich zu den Angaben in der Übersichtskalkulation, im Antrag auch eine Detailkalkulation der Gesamtherstellungskosten Ihres Projekts hochzuladen. Bei Bedarf finden Sie im Service-Bereich unserer Website Kalkulationshilfen (Excel-Tabellen) nach den oben genannten Schemata.

Wir können momentan leider ausschließlich Detailkalkulationen akzeptieren, die sich an den Schemata der FFA, des ÖFI und des FUS orientieren. Sollten Sie ein amerikanisches Kalkulationsprogramm nutzen, bitten wir Sie, auch dieses in eines der gerade genannten Schemata zu überführen.

Stellen Sie die geplanten Ausgaben in Südtirol (Territorialeffekt) bitte gesondert dar, indem Sie beispielsweise eine mehrspaltige Tabelle verwenden oder Gruppierungen von bestimmten Kostenposten bilden .

Falls Sie Territorialeffekte bei anderen Förderungen zu erbringen haben, weisen Sie auch diese entsprechend aus.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir innerhalb der Detailkalkulation – insbesondere bei größeren Posten sowie bei Posten , die als Territorialeffekt anerkannt werden sollen – keine Pauschalangaben akzeptieren können. Sie können diese Posten in einer Anlage zur Kalkulation detailliert aufführen.

Oben Gesagtes gilt beispielsweise für Reise- und Hotelkosten sowie bei den Diäten. Bitte halten Sie für die Gestaltung der Detailkalkulation in Zweifelsfällen Rücksprache mit unseren Mitarbeitern aus dem Bereich Filmförderung.


13 Kostenarten und ihre Anerkennung

Sowohl bei der Kalkulation der Produktionsvorbereitungskosten als auch bei der Kalkulation der Gesamtherstellungskosten sind hinsichtlich der Anerkennung der verschiedenen Kostenarten grundsätzlich und bis auf wenige Ausnahmen die Informationen gültig, die Sie im Merkblatt „Produktionsförderung“ und im Merkblatt „Separate Förderung der Produktionsvorbereitung“ finden. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, auch die entsprechenden Kapitel der anderen Merkblätter zu studieren.

Dennoch haben wir auch an dieser Stelle noch einmal einige wichtige Dinge für Sie zusammengefasst.

Bitte berücksichtigen Sie bei der der Kalkulation der Produktionsvorbereitung ausschließlich projektbezogene Kosten . Darunter fallen vorwiegend Ausgaben wie:

  • Erwerb von Verfilmungsrechten von bereits bestehenden literarischen Werken
  • Autorenhonorar Drehbuch
  • Honorare für dramaturgische Bearbeitung des Drehbuchs
  • Gagen und Honorare für Produktions- , Regie- und Ausstattungsstab im Zusammenhang mit Locationsuche
  • Kosten für Probeaufnahmen
  • Gebühren im Zusammenhang mit Casting
  • Reisekosten im Zusammenhang mit der Projektentwicklung (Locationsuche, Recherche, Probeaufnahmen)
  • Marketingkosten (Erstellung von Broschüren und Informationsmaterial, Werbekosten, Trailer)
  • Kosten für Rechtsberatung

Bitte beachten Sie bei der Kalkulation Ihres Vorbereitungsbudgets, dass wir im Rahmen des kombinierten Antrags nur Kosten anerkennen können, die nach Ende der von Ihnen genutzten Einreichfrist entstehen.

Innerhalb der separaten Produktionsvorbereitungsförderung können wir grundsätzlich nur Kosten anerkennen, bei denen sowohl der Zeitpunkt der Leistungserbringung als auch das Rechnungsdatum maximal sechs Monate vor Ende der jeweiligen Einreichfrist liegen. Außerdem können wir nur Aufwendungen akzeptieren, die innerhalb der Produktionsvorbereitung tatsächlich fällig werden bzw. für die Sie einen Mittelfluss nachweisen können (Ausnahme Rückstellungen, Eigenleistungen und anerkannte Eigenmittel). Bei der Autorengage für das Drehbuch ist eine Staffelung vorzusehen, da in der Regel nicht die gesamten Drehbuchkosten im Rahmen der Projektentwicklung anerkannt werden können. Üblicherweise ist das gesamte Drehbuchhonorar Bestandteil der Herstellungskosten des Filmes und zur Gänze erst bei Drehbeginn fällig zu stellen. Eine Anerkennung des vollen Drehbuchhonorars während der Projektentwicklung ist nur in Ausnahmefällen mit entsprechender Begründung möglich. Sinngemäß gilt dies auch für den Erwerb von Rechten an bereits bestehenden literarischen Werken (Buchverfilmungsrechte, Verlagsrechte). Im Rahmen der Projektentwicklung können in der Regel nur Optionszahlungen bzw. erste Ratenzahlungen anerkannt werden.

Bitte beachten Sie in allen Fällen die Grundsätze der sparsamen Haushaltsführung.

13.1 Brutto/Netto

Bei der Kalkulation der Kosten für die Produktionsvorbereitung sowie der Gesamtherstellungskosten findet die Mehrwertsteuer keine Berücksichtigung. Bitte kalkulieren Sie hier grundsätzlich netto.

13.2 Spesensätze, Kilometergeldsätze und tarifliche Bestimmungen

Spesensätze, Kilometergeldsätze und tarifliche Bestimmungen gelten gemäß der nationalen Gesetzgebungen der jeweiligen Vertragsverhältnisse. Sollte es sich dabei um Rechtsrahmen außerhalb von Italien, Österreichoder Deutschland handeln, fügen Sie diese bitte nach Abschluss der Produktion in Ihrer Schlusskostenabrechnung (vgl. Thema Verwendungsnachweis weiter unten) in italienischer, deutscher oder englischer Sprache bei.

Wir behalten uns für diese Kostenposten ausdrücklich Deckelungen vor.

13.3 Handlungskosten, Producers Fee & Überschreitungsreserven

Handlungskosten können Sie innerhalb der Produktionsvorbereitungsförderung mit bis zu 7,5 % der gesamten Produktionsvorbereitungskosten kalkulieren. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass wir je nach Chara kter und Umfang Ihrer Gesamtmaßnahme niedrigere Ansätze anerkennen werden. Sollte nach einer Förderung der Produktionsvorbereitung durch die BLS auch eine Förderung der Produktion selbst erfolgen, müssen die Handlungskosten innerhalb der Kalkulation der Ge
samtherstellungskosten um den bereits innerhalb der Produktionsvorbereitungsförderung geflossenen Anteil reduziert werden.

Nicht anerkennen können wir innerhalb der Produktionsvorbereitungsförderung die sogenannten Producer’s Fee und eine Überschreitungsreserve.

Sollte bereits eine Gesamtkalkulation der Herstellungskosten unter Ausweisung des Territorialeffekts möglich sein, können Sie gemessen an den Netto-Fertigungskosten bei TV-Produktionen weitere Handlungskosten (maximal 500.000,00 €; bitte beachten Sie hier die weiter oben erwähnte Anrechnungsregel, so dass der Gesamtsumme der Handlungskosten innerhalb der Produktionsvorbereitungskalkulation und der Kalkulation der Gesamtherstellungskosten 6 % der Gesamtherstellungskosten nicht überschreiten) und 7,5 % Producer’s Fee kalkulieren. Bei Kinoprojekten akzeptieren wir ebenfalls weitere Handlungskosten (bitte beachten Sie auch hier die weiter oben erwähnte Anrechnungsregel, so dass der
Gesamtsumme der Handlungskosten innerhalb der Produktionsvorbereitungskalkulation und der Kalkulation der Gesamtherstellungskosten 7,5 % der Gesamtherstellungskosten nicht überschreiten), eine Producer’s Fee von ebenfalls maximal 7,5% sowie eine Überschreitungsreserve von bis zu 5 %.

13.4 Kostenminderungen

Bitte vergessen Sie nicht, kostenmindernde Erträge wie zum Beispiel Rabatte, Skonti, Versicherungserstattungen oder Einnahmen aus dem Verkauf von Requisiten von den Herstellungskosten in Abzug zu bringen. Dies gilt insbesondere auch für die Endabrechnung des Projekts.

13.5 Projektbezogene Finanzierungskosten

Projektbezogene Finanzierungskosten werden grundsätzlich in einer angemessenen Höhe anerkannt. Nicht anerkennen können wir Zinsen auf eigene Mittel.

13.6 Landesspezifische Steuerberatungskosten

Ausländische Produzenten können Kosten für Italien betreffende Steuerberatung geltend machen. Gerne vermitteln wir entsprechende Partner.

13.7 Personalkosten

Personalkosten setzen Sie bitte entsprechend den arbeitsrechtlichen und tariflichen Bestimmungen sowie den Mindestlöhnen an. Für „schwierige Filme“ akzeptieren wir bei der tariflichen Entlohnung Ausnahmen.

13.8 Vorkosten

Sollte bereits eine Gesamtkalkulation der Herstellungskosten unter Ausweisung des Territorialeffekts möglich sein, können wir Vorkosten in maximaler Höhe von 2,5% der Herstellungskosten anerkennen, wobei wir uns deren Ablehnung ausdrücklich vorbehalten.

Dasselbe gilt, wenn Ihnen bereits ein LOI von unserer Seite über die Produktionsförderung vorliegt und Sie diese nun final beantragen möchten.

13.9 Kosten für die Prüfung Ihres Verwendungsnachweises

Im Rahmen der Produktionsvorbereitungsförderung können Sie für die Prüfung des Verwendungsnachweises (weitere Informationen hierzu finden Sie unter Punkt 19) durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 3% der beantragten Fördersumme kalkulieren, mindestens jedoch 500 € sowie maximal 1.500 € Vergabe der Höchstfördersumme von 50.000 €.

Sollten Sie bereits die Gesamtherstellungskosten kalkulieren können, liegt der maximal kalkulierbare Betrag für die Prüfung bei 15.000 € bei einer Fördersumme bis 500.000 €. Liegt der avisierte Förderbetrag höher, können Sie aus dem übersteigenden Förderbetrag eine zusätzliche Prüfgebühr von 1 % errechnen. Diese Kosten werden von uns als Territorialeffekt anerkannt.

Eine Rechnung über die Prüfgebühren geht Ihnen nach Abschluss der Prüfung über die von uns beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu.

13.10 Vorsteuer-Abzug

Bitte beachten Sie, dass wir im Falle von Förderempfängern mit Unternehmenssitz in Italien gezwungen sind, bei Auszahlung jeder Förderrate 4% des Betrags als einbehaltene Vorsteuer abzuziehen. Dabei handelt es sich um eine italienspezifische Steuer, die auf Förderbeiträge erhoben wird, wenn der Förderempfänger einer Unternehmenstätigkeit nachgeht.

Förderempfänger ohne Unternehmenssitz in Italien sollten spätestens zum Zeitpunkt des Abrufs der ersten Förderrate eine Bescheinigung ihres zuständigen Finanzamts vorlegen können, aus der hervorgeht, dass für das betreffende Produktionsunternehmen keine Steuerpflicht in Italien vorliegt. Wenn uns diese Bescheinigung vorliegt, können wir den Förderbetrag ohne Abzug der Vorsteuer auszahlen.

13.11 Rückstellungen und Eigenleistungen

13.11.1 Rückstellungen in der Kalkulation der Produktionsvorbereitungskosten

Rückstellungen anerkennungsfähiger Leistungen von Dritten (z.B. Autorengage) können wir bis zu einer Höhe von maximal 15 % der gesamten Produktionsvorbereitungskosten akzeptieren. Bitte belegen Sie jeden Rückstellungsposten mit einer unterschriebenen Rücks tellungserklärung der rückstellenden Partei.

Rückgestellte Eigenleistungen (z.B. dramaturgische Mitarbeit am Drehbuch) können wir in der Regel bis zu einer Höhe von maximal 15 % der gesamten Produktionsvorbereitungskosten anerkennen.

Bitte beachten Sie, dass Eigenleistungen und rückgestellte Leistungen Dritter in der Regel nur bis zu einer Gesamthöhe von maximal 20 % der gesamten Produktionsvorbereitungskosten kumuliert werden können.

Bitte vergessen Sie nicht, die rückgestellten Posten in Ihrer Kalkulation als solche auszuweisen und die Rückstellungen in ihrer Gesamtheit in Ihrem Finanzierungsplan als Finanzierungsbaustein darzustellen.

13.11.2 Rückstellungen in der Kalkulation der Gesamtherstellungskosten

Innerhalb der Produktionsförderung können wir Rückstellungen in einer dem Projekt angemessenen Höhe akzeptieren. Bitte belegen Sie jeden Rückstellungsposten mit einer unterschriebenen Rückstellungserklärung der rückstellenden Partei.

Bitte vergessen Sie nicht, die rückgestellten Posten in Ihrer Kalkulation als solche auszuweisen und die Rückstellungen in ihrer Gesamtheit in Ihrem Finanzierungsplan als Finanzierungsbaustein darzustellen.

13.11.3 Eigenleistungen

Bitte beachten Sie hinsichtlich der Anerkennung sogenannter Eigenleistungen in Ihrer Kalkulation bitte folgen des: Wir betrachten alle Kostensätze für natürliche oder juristische Personen, die mit dem antragstellenden Unternehmen, einem Koproduzenten oder einem Gesellschafter bzw. dem Geschäftsführer eines als juristische Person auftretenden Koproduzenten identisch sind oder mit diesen in einem nahen wirtschaftlichen Verhältnis stehen, als Eigenleistungen.

Bitte machen Sie diese Eigenleistungen in Ihrer Kalkulation deutlich kenntlich oder ergänzen Sie Ihren Antrag um ein Dokument, das die Eigenleistungen im Sinne unserer Definition auflistet und erläutert

a) Eigenleistungen in der Kalkulation der Produktionsvorbereitungskosten

Für die Personalkosten unter Ihren Eigenleistungen gilt folgendes:

Handelt es sich um Personalkosten für Mitarbeiter, müssen diese marktgerecht kalkuliert werden.

Handelt es sich um Personalkosten des Geschäftsführers bzw. eines Gesellschafters des antragstellenden Unternehmens, müssen Sie diese mit einem Preis, der 25 % unter dem Marktpreis liegt, kalkulieren.

Für Sachleistungen unter den Eigenleistungen gilt:

Sachleistungen unter den Eigenleistungen bitten wir Sie mit einem Preis zu kalkulieren, der mindestens 25 % unter Marktpreis liegt. Bitte legen Sie uns in diesem Zusammenhang möglichst schon bei der Antragsstellung entsprechende Vergleichsangebote vor.

Bitte beachten Sie für die Schlussrechnung Ihres Projekts, dass Sie Eigenleistungen grundsätzlich immer nur in der kalkulierten Höhe abrechnen können.

Die Eigenleistungen können in den Eigenanteil rückgestellt werden. Bitte beachten Sie in jedem Fall auch die auf die Produktionsvorbereitungsförderung zutreffenden Rückstellungsregelungen aus dem vorherigen Kapitel.

b) Eigenleistungen in der Kalkulation der Gesamtherstellungskosten

Für die Personalkosten unter Ihren Eigenleistungen gilt folgendes:

Handelt es sich um Personalkosten für Mitarbeiter, müssen diese marktgerecht kalkuliert werden.

Handelt es sich um Personalkosten des Geschäftsführers bzw. eines Gesellschafters des antragstellenden Unternehmens, müssen Sie diese mit einem Preis, der 25 % unter dem Marktpreis liegt, kalkulieren. Die letztgenannten Eigenleistungen sollen inklusive der Producers Fee maximal 20 % des Gesamtbudgets betragen.

Für Sachleistungen unter den Eigenleistungen gilt:

Sachleistungen unter den Eigenleistungen bitten wir Sie mit einem Preis zu kalkulieren, der mindestens 25 % unter Marktpreis liegt. Bitte legen Sie uns in diesem Zusammenhang möglichst schon bei der Antragsstellung entsprechende Vergleichsangebote vor.

Bitte beachten Sie für die Schlussrechnung Ihres Projekts, dass Sie Eigenleistungen grundsätzlich immer nur in der kalkulierten Höhe abrechnen können.

Eigenleistungen könnten in den Eigenanteil rückgestellt werden. Bitte beachten Sie in jedem Fall auch die auf die Produkt ionsförderung zutreffenden Rückstellungsregelungen aus dem vorherigen Kapitel.

13.11.4 Beistellungen

Bitte beachten Sie, dass Sie Kostenposten innerhalb Ihrer Kalkulation, die Sie in Form von Beistellungen finanzieren, maximal in marktüblicher Höhe kalkulieren. Wie im Falle der Eigenleistungen sollen auch die Beistellungen schon in der Kalkulation deutlich als solche erkennbar sein und dementsprechend von Ihnen ausgewiesen werden. Als Finanzierungsnachweis bitten wir Sie, dem Antrag eine Beistellungserklärung bei zulegen.

13.12 Territorialeffekte

Um Ihnen die Kalkulation des Südtiroler Territorialeffekts zu erleichtern, haben wir Ihnen im Folgenden einige Grundsätze und Regeln zusammengestellt, aus denen hervorgeht, welche Kosten wir in welchem Ausmaß wir als Territorialeffekt anerkennen können.

Wir behalten uns grundsätzlich vor, von Ihnen kalkulierte Kosten nicht als Territorialeffekt zu akzeptieren. Das kann im Falle einer positiven Förderentscheidung zur Folge haben, dass die beantragte Fördersumme nicht in voller Höhe genehmigt wird.

Über die endgültige Anerkennung von Kosten als Südtiroler Territorialeffekt wird im Rahmen der Prüfung des Verwendungsnachweises (vgl. dazu Kapitel 19) entschieden.

Das Ziel des Territorialeffekts ist, dass Produktionsgelder auf dem Territorium verbleiben und auf diesem Wege die Volkswirtschaft im Allgemeinen und die Filmwirtschaft im Besonderen stärken. Auf dieses Ziel ist in Zweifelsfällen der Zuordnung abzustellen.

13.12.1 Allgemeine Grundsätze

Grundsätzlich können bei allen Kosten die Sätze und Tarife kalkuliert werden, die im Herkunftsland der antragstellenden Produktionsfirma branchenüblich und steuerlich anerkannt sind.

Handelt es sich um eine Rechnung, deren Rechnungsaussteller einen Firmensitz oder eine handelsregisterlich eingetragene Niederlassung in Südtirol hat und deren Leistung in Südtirol erbracht wurde, ist grundsätzlich von einem Südtiroler Territorialeffekt auszugehen. Bitte halten Sie in Zweifelsfällen bereits im Rahmen der Kalkulationserstellung, die Sie mit Ihrem Antrag bei uns vorlegen, Rücksprache mit uns. Die BLS hat einen Kriterienkatalog erarbeitet, dessen Einhaltung maßgeblich dafür ist, ob eine Dienstleistung als Territorialeffekt anerkannt werden kann oder nicht.

Unterbeauftragungen
Unterbeauftragungen größeren Umfangs durch ein in Südtirol belegtes Unternehmen stellen nur dann einen Südtiroler Territorialeffekt dar, wenn nachgewiesen wird, dass die tatsächlich leistenden Personen in Südtirol ansässig sind bzw. die zugrundeliegenden Ausgaben tatsächlich in Südtirol Verwendung fanden.

Autoanmietungen
Bei Rechnungen über Autoanmietungen kommt es nicht auf den Hauptsitz des Autovermieters an, jedoch muss dieser mindestens eine Filiale in Form einer eingetragenen Niederlassung in Südtirol haben. Die Fahrzeuge müssen in Südtirol angemietet oder abgegeben werden und für den überwiegenden Gebrauch in Südtirol bestimmt sein. Die Anmietung muss in einem nachvollziehbaren Zusammenhang zu den Projektarbeiten in Südtirol stehen, z.B. bei Dreharbeiten.

Bei Anmietung eines Autos über einen „Broker“ (d.h. einen Autovermieter, der keine eigene Flotte hat, sondern seine Autos bei unterschiedlichen Unternehmen anmietet), gelten die gleichen Regeln. Zusätzlich muss bei der Schlussabrechnung folgende Dokumentation vorliegen, damit die Autoanmietung als Territorialeffekt anerkannt werden kann:

  • Gesamtbetrag der Leistung
  • Auflistung der angemieteten Fahrzeuge (Fahrzeug mit Kennzeichen, Anzahl Tage)
  • Voucher mit Angaben zu Datum und Ort der Anmietung bzw. Abgabe inklusive Angabe des Kennzeichens des jeweiligen Fahrzeuges. Die Angaben müssen mit der oben genannten Auflistung übereinstimmen)

Benzinkosten
Tankstellenbelege von Südtiroler Tankstellen sowie Benzinkarten, die mit den Stempeln von Südtiroler Tankstellen versehen sind, werden grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt. Bei Nutzung einer so genannten Multicard müssen für die Schlussabrechnung die Positionen von Südtiroler Tankstellen gekennzeichnet werden.

Kilometergeld
Kilometergeld wird dann als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt, wenn der gefahrene Wagen in Südtirol angemeldet ist bzw. der Inhaber seinen Hauptwohnsitz in Südtirol hat. Für die Berechnung des Kilometergeldes gelten die aktuell gültigen Tabellen und Informationen für den steuerlichen Berater.

Autobahngebühr
Als Südtiroler Territorialeffekt werden nur Belege anerkannt, die sowohl die Einfahrt aus auch die Ausfahrt innerhalb Südtirols dokumentieren.

Hotelrechnungen
Hotelrechnungen können nur dann als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt wer den, wenn die Rechnungen von einem in Südtirol gelegenen Hotel ausgestellt wurde. Bei Hotelbuchungen über ein Reisebüro ist auf den Standort des Hotels und nicht den des Reisebüros abzustellen.

Tagegelder und Catering
Für die Drehtage in Südtirol werden Tagegelder unabhängig vom Erstwohnsitz des einzelnen Projektmitarbeiters als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt. Für die Berechnung der Sätze gelten jeweils die im Herkunftsland der geförderten Produktionsfirma steuerlich anerkannten Maßgaben.

Catering- und Restaurantkosten sind entsprechend den üblichen und steuerlich anerkannten Praktiken von eventuellen Tagegeldern in Abzug zu bringen.

Tagegelder an in Südtirol ansässige Mitarbeiter werden auch dann als Südtirol-Effekt anerkannt, auch wenn außerhalb von Südtirol gedreht wurde.

Personalkosten
Personalkosten werden grundsätzlich dann als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt, wenn die beschäftige Person ihren Erstwohnsitz in Südtirol hat. Personalkosten von in Südtirol geborenen, aber nicht dort gemeldeten Personen, werden bis auf weiteres ebenfalls als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt.

Personalkosten für Studenten und Absolventen der Filmschule Zelig sowie von Absolventen des Lehrgangs MOV(I)E IT!
Personalkosten für aktuell eingeschriebene Studenten der Bozner Filmschule Zelig werden grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt.
Personalkosten für Absolventen der Zelig werden dann als Südtiroler Territorialeffektanerkannt, wenn der Zeitpunkt des Ausscheidens maximal drei Jahre vor Beginn der im engeren Sinne produktionsvorbereitenden Maßnahmen liegt.
Absolventen des Lehrgangs MOV(I)E IT werden grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt.

Versicherungskosten
Kosten für Versicherungen werden nur dann als Südtirol-Effekt anerkannt, wenn das Versicherungsunternehmen in Südtirol ansässig ist. Bei Abschlüssen über Makler/Agenturen muss deren Sitz ebenfalls in Südtirol liegen.

Finanzierungskosten
Finanzierungskosten werden nur dann als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt, wenn das kontoführende Kreditinstitut seinen Sitz in Südtirol hat.

Kosten für die Prüfung des Verwendungsnachweises
Die Kosten für die Prüfung des Verwendungsnachweises werden grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt.

Hinweis zur Kennzeichnung von Territorialeffekten in Ihrer Stab- und Besetzungsliste
Bitte legen Sie schon Ihrem Förderantrag eine professionelle, übersichtliche und zum Zeitpunkt des Antrags aktuelle Stab- und Besetzungsliste sowie eine Liste der großen, in die Produktion involvierten Dienstleister bei.

Bei den Leistungen, die als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt werden sollen, muss für einen außenstehenden Projektbegutachter auf den ersten Blick erkennbar sein, dass und warum diese Leistung als Effekt anerkannt werden soll. Beides können Sie unter anderem durch ein e farbliche Kennzeichnung der Position und die Angabe des Firmensitzes bzw. des Erstwohnsitzes erreichen.

Sollte zum Antragszeitpunkt nur feststehen, dass eine Position als Südtirol-Effekt anerkannt werden soll, jedoch noch nicht klar ist, mit wem sie besetzt wird, ist es selbstverständlich ausreichend, dass sie die Position abstrakt benennen bzw. kennzeichnen.


14 Eigenanteil

Unser Modell sieht vor, dass der Produzent im Rahmen der Produktionsvorbereitungsförderung einen angemessenen Eigenanteil zur Finanzierung erbringt. Dies kann in Form von Verleih- und Vertriebsgarantien, Fernsehlizenzverkäufen, Kofinanzierungsmitteln, Eigenleistungen sowie durch Eigenmittel geschehen. Filmfördermittel, mit Ausnahme von Preisgeldern, können wir nicht auf den Eigenanteil anrechnen. Die Eigenmittel sollen mindestens 5% der kalkulierten Produktionsvorbereitungskosten betragen, bei Koproduktionen bezogen auf den von der jeweiligen Seite zu finanzierenden Koproduktionsanteil. Sie werden in Form von Barmitteln sowie Fremdmitteln wie unbedingt rückzahlbaren Darlehen (z.B. Bankdarlehen) akzeptiert. Bitte legen Sie Ihrem Antrag zum Nachweis der vorhandenen Eigenmittel entsprechende Bankbestätigungen bei.

In Ausnahmefällen kann auf schriftlichen Antrag eine Herabsetzung des Eigenanteils oder die Kalkulation von Rückstellungen gewährt werden, die den Eigenanteil ganz oder teilweise ersetzen.

Die Eigenanteilsregelung gilt analog für die Darstellung der Finanzierung der Gesamtherstellungskosten der Produktion. Beachten Sie in diesem Zusammenhang die entsprechenden Informationen im Merkblatt zur Produktionsförderung.


15 Koproduktionen

Bitte beachten Sie in Ihrem Finanzierungsplan im Falle einer Koproduktion die für internationale Koproduktionen geltenden bi-und multilateralen Abkommen.


16 Kalkulationen und Finanzierungsplan als Bestandteil der Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE)

Die finale Kalkulation des Produktionsvorbereitungsbudgets sowie der Finanzierungsplan werden im Fall einer Bewilligung des Förderantrags sowie einer anschließend positiv abgeschlossenen wirtschaftlichen und juristischen Prüfung der finalen Projektunterlagen wesentlicher Bestandteil der sogenannten Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE; vgl. dazu auch die Informationen in Kapitel 9.1. dieses Dokuments). Die EVE hat den Charakter der finalen und rechtlich verbindlichen Förderzusage und ist mit dem anderenorts üblichen Fördervertrag vergleichbar.

Nach Ausstellung der EVE sind Umverteilungen innerhalb der Kalkulation möglich, sie müssen jedoch nachvollziehbar sein und innerhalb des Verwendungsnachweises begründet werden. Bitte teilen Sie uns eventuelle Veränderungen an der EVE zugrundeliegenden Finanzierungsplan bzw. an der Höhe des Produktionsvorbereitungsbudgets umgehend mit. Beides muss unbedingt von der BLS genehmigt werden, da die EVE sonst Ihre Gültigkeit verliert.

Das Gesagte gilt analog für die Produktionsförderung. Umverteilungen innerhalb des Produktionsbudgets sind hier jedoch nur so lange möglich, bis die Höhe des vereinbarten Territorialeffekts nicht negativ davon beeinflusst wird.


17 Auszahlung der Fördermittel und Ausstellung des Letter of Intent (LOI)

Die Auszahlung des Beitrags für die Produktionsvorbereitung führen wir in drei Teilbeträg en durch. Die Auszahlung des ersten Vorschusses von 50% erfolgt bei Schließung der Finanzierung und der Vorlage entsprechender Dokumente. Den zweiten Teilbetrag von 25% zahlen wir aus, nachdem wir Ihren Bericht über die Ausgaben und die Weiterentwicklung des Projekts mit den Mitteln der ersten Förderrate geprüft haben. Den finalen Teilbetrag von 25% können wir nach positiver Prüfung des Abschlussberichts, der Ergebnisse und des Verwendungsnachweises auszahlen.

Sollte aufgrund des Projektstatus bei Antragst ellung eine Kalkulation der Gesamtherstellungskosten noch nicht möglich sein, bzw. andere Voraussetzungen, die für die Beantragung einer Produktionsförderung notwendig wären, noch nicht vorliegen, stellen wir Ihnen zusätzlich zu der Einseitigen Verpflichtungserklärung über die Produktionsvorbereitungsförderung einen LOI aus, der unser starkes Interesse an einer Förderung der Produktion des Projekts belegt. Sobald uns eine Effektkalkulation für die Gesamtherstellungskosten vorliegt, auf deren Basis eine Mindest-und Maximalsumme für eine Förderung definiert werden kann, wird ein konkreterer LOI unter Angabe der entsprechenden Summen ausgestellt. Eine solche Effektkalkulation muss innerhalb von maximal sechs Monaten ab Zustellung der Förderzusage über die Produktionsvorbereitungsförderung erfolgen. Der LOI ist ab Ausstellung 12 Monate gültig. Innerhalb dieser 12 Monate können Sie auf Basis dieses LOI bei uns einen finalen, verkürzten Antrag auf Produktionsförderung stellen bzw. Ihren bereits vorliegenden Antrag online vervollständigen.

Sollte eine Einseitigen Verpflichtungserklärung über die Produktionsvorbereitung und die Produktionsförderung ausgestellt werden können, weil Ihr Projekt zum Zeitpunkt der Antragstellung schon sehr weit fortgeschritten ist, gelte n für die Auszahlung der Fördermittel, wie in 18.4, 18.5, 18.6 und 18.7 ausgeführt, dieselben Rahmenbedingungen wie im Merkblatt Produktionsförderung.


18 Teilbeträge, Fristen und Verpflichtungen

Bitte beachten Sie, dass folgende Angaben ausschließlich Ihrer Information dienen. Juristisch bindende Informationen enthält im Falle einer positiven Förderentscheidung die Einseitige Verpflichtungserklärung (EVE). Die folgenden Angaben spezifizieren Art.7 Abs.1 der Anwendungsrichtlinien.

18.1 Teilbetrag 1 als Vorschuss der Produktionsvorbereitungsförderung

Den ersten Teilbetrag von 50% können wir auszahlen, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Projektbezogenes Produktionskonto
  • Bestätigung Ihrer Hausbank über die Kontodaten
  • finale Kalkulation der Produktionsvorbereitungsmaßnahme
  • finaler Finanzierungsplan
  • Beleg der Schließung der Finanzierung durch entsprechende Dokumente
  • Finale Detailbeschreibung der geplanten Produktionsvorbereitungsmaßnahme unter Berücksichtigung eines Zeitplanes sowie unter genauer Beschreibung der Maßnahmenziele

18.2 Teilbetrag 2 als Vorschuss der Produktionsvorbereitungsförderung

Die Auszahlung des zweiten Teilbetrages von 25% erfolgt nach einer Zwischenabrechnung und vorläufiger Prüfung der Ausgaben des ersten Teilbetrages sowie nach Vorlage eines detaillierten Berichts über die bis zum Zeitpunkt der Abrechnung erfolgten Maßnahmen. Bitte gewährleisten Sie, dass die Dokumente spätestens 12 Monate nach Datum der Förderzusage eingereicht werden.

18.3 Finaler Teilbetrag der Produktionsvorbereitungsförderung

Den finalen Teilbetrag von 25% können wir auszahlen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Bericht über Planung und Status der angestrebten Finanzierung der Gesamtherstellungskosten des Projekts
  • von BLS ohne Beanstandungen geprüfter Verwendungsnachweis über die Ausgaben innerhalb der Produktionsvorbereitung

Bitte reichen Sie Ihren Verwendungsnachweis spätestens 24 Monate Datum der Förderzusage vor.

18.4 Teilbetrag 1 als Vorschuss der Produktionsförderung

Den ersten Teilbetrag als Vorschuss von 25% können wir auszahlen, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Bestätigung des bereits existierenden Produktionskontos durch die Hausbank
  • Abgeschlossene Materialversicherung
  • Abgeschlossene Ausfallversicherung
  • Mitteilung über die vorerst definitiven Drehdaten in und außerhalb Südtirols
  • Nachweis über die Beschäftigung der im Antrag genannten Haupt
  • Mitwirkenden im Rahmen der Produktion (insb. Regie, Kamera und Hauptdarsteller)
  • Finale Kalkulation des Projekts
  • Finaler Finanzierungsplan
  • Beleg der Schließung der Finanzierung durch entsprechende Dokumente

Bitte legen Sie uns die entsprechenden Dokumente spätestens 12 Monate Datum der Förderzusage vor.

18.5 Teilbetrag 2 als Vorschuss der Produktionsförderung

Den zweiten Teilbetrag von 30% können wir bei Drehbeginn und bei Vorlage folgender Dokumente auszahlen:

  • Finale Synopsis
  • Finales Drehbuch
  • Finale Besetzungsliste
  • Finale Stabliste
  • Finaler Drehplan und finale Liste der Drehorte
  • Finale Locationliste
  • Pressemat erialien
  • Tagesdisposition und Tagesbericht des ersten Drehtages

Bitte gewährleisten Sie, dass die Dokumente spätestens 18 Monate nach Datum der Förderzusage eingereicht werden.

18.6 Teilbetrag 3 als Vorschuss der Produktionsförderung

Den dritten Teilbetrag von 25% können wir auszahlen, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Von BLS abgenommener Rohschnitt
  • Vorlage von Tagesdispos und Tagesberichten
  • Vorlage von aktualisierten Informationen über die Erstauswertung des Projekts (z.B. Kinostart im Heimatmarkt oder Fernseherstausstrahlung)
  • Ein von der BLS ohne Beanstandungen geprüfter Zwischenkostenstand des Projekts unter Ausweisung des zu diesem Zeitpunkt erzielten Territorialeffekts

Diese Frist setzen wir für jedes Projekt individuell.

18.7 Finaler Teilbetrag der Produktionsförderung

Den finalen Teilbetrag von 20% der Fördersumme können wir bei Vorlage folgender Unterlagen und nach anschließender positiv ausgefallener Prüfung Ihres Verwendungsnachweises auszahlen:

  • Presse- und Promotionsmaterial
  • Zwei DVDs
  • Technisch einwandfreie archivfähige digitale Kopie der geförderten Produktion im Originalvorführformat
  • Beleg über Einlagerung der Nullkopie in einem branchenanerkannten Labor oder Archiv, bei digitalen Produktionen ein entsprechend adäquates Format
  • Verwendungsnachweis über die Ausgaben

Bitte reichen Sie Ihren Verwendungsnachweis spätestens drei Monate nach Projektabschluss ein. Ein Projekt gilt dann als abgeschlossen, wenn die Erstauswertung beginnt. Bei TV-Projekten ist das der Fall, wenn das Projekt erstmals ausgestrahlt wurde, bei Kinoprojekten gilt der Kinostart bzw. die Festivalpremiere.


19 Verwendungsnachweis

Vor Auszahlung der letzten Rate der Produktionsvorbereitungsförderung und spätestens 24 Monate nach Ausstellung der Datum der Förderzusage müssen Sie uns einen Abschlussbericht sowie einen Verwendungsnachweis der Mittel vorlegen. Einen Monat vor Ablauf der genannten Frist erhalten Sie von uns eine Erinnerungsemail, die noch einmal alle Informationen zusammenfasst, die Sie zur Erstellung des Verwendungsnachweises benötigen. Eine durch uns beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Revisa GmbH, wird den Nachweis überprüfen.

Der Nachweis über die Verwendung der Mittel, die Sie im Rahmen der Produktionsförderung erhalten, ist auch im Rahme n dieser Förderart Voraussetzung für die Auszahlung der finalen Förderrate und spätestens drei Monate nach Beginn der Erstverwertung Ihres Projekts fällig. Analog zur Produktionsvorbereitungsförderung werden wir Sie auch hier einen Monat vorher via Email an den Ablauf der Frist erinnern.

19.1 Details zu Verwendungsnachweis und Abschlussbericht

Für die Schlussprüfung der geförderten Projekte hat die BLS die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Revisa GmbH beauftragt, die für die Prüfung folgende Dokumente von Ihnen benötigt:

  • Schlusskostenstand vom Produzent und sämtlichen Koproduzenten unterzeichnet (Gegenüberstellung Plan-/Ist-Kosten)
  • Ausweis noch nicht gezahlter Rechnungen
  • Buchungskontenblätter (bei Sesambuchung Ausdruck „Kostenpositionen pro Kostenart“, ansonsten Datum, Empfänger/Einzahler, Buchungsgrund, Betrag, Effektbetrag erkennbar)
  • Sachbericht Finanzierungsstatus (Abweichungen einzelner Posten von über 20% zum Budget bzw. zur Kalkulation sind zu erläutern)
  • Finanzierungsstatus (Gegenüberstellung der Plan-/Ist-Finanzierung und Ausweis der noch ausstehenden Zahlungen)
  • Nachweise zu den Zahlungseingängen der Finanzierungsbestandteile
  • Verträge mit den nicht im Finanzierungsplan enthaltenen Finanzierungspartnern bzw. Koproduzenten
  • Rechtsgültig unterschriebene Vollständigkeitserklärung (s. Anhang)
  • Angabe zu Versicherungsschäden
  • Angabe zu kostenmindernden Erträgen

19.2 Weitere Informationen

Bitte beachten Sie hinsichtlich des Verwendungsnachweises außerdem folgende Informationen:

19.2.1 Ordentliche Rechnung

Es können nur die Aufwendungen anerkannt werden, für die eine kaufmännisch ordentliche Rechnung vorliegt, die auf den Förderempfänger ausgestellt ist und für die ein tatsächlicher Mittelfluss nachgewiesen werden kann. Einzelbelege müssen eindeutig dem Projekt zugeordnet werden können.

19.2.2 Aufbau und Inhalt des Verwendungsnachweises

Bitte gliedern Sie den Verwendungsnachweis genauso wie den finalen Finanzierungsplan und die finale Kalkulation, indem sie die kalkulierten und die tatsächlichen Kosten gegenüberstellen.

Wir bitten Sie, die Originalbelege und -verträge zur Einsicht bereitzuhalten. Auf Wunsch sollten Sie uns Kopien hiervon vorlegen.

Bitte sorgen Sie dafür, dass der Verwendungsnachweis und die entsprechende Rechnungslegung in branchenüblicher, vor allem durch die Fernsehsender anerkannter, kaufmännisch geordneter und aussagefähiger Form in absoluter Transparenz erfolgen. Wir legen Wert darauf, dass Sie dabei jederzeit die Grundsätze sparsamer Haushaltsführung beachten. BLS bzw. die von ihr beauftragten Dritten haben diesbezüglich ein Bucheinsichtsrecht in alle Unterlagen der geförderten Produktion, das sie jederzeit ausüben dürfen.

Im Zusammenhang mit der Rechnungslegung können wir die Übergabe von erläuternden schriftlichen Materialien, die Anfertigung entsprechender rechnerischer Aufstellungen sowie weitere schriftliche Nachweise verlangen.

Grundsätzlich können wir nur Aufwendungen anerkennen, die in der Produktionsphase tatsächlich zur Zahlung fällig geworden sind.

Im Falle einer Förderung der eigentlichen Herstellung der Produktion können weitere Dokumente für die Schlussprüfung erforderlich sein. Beachten Sie dazu auch die Informationen im Merkblatt zur Produktionsförderung.

19.3 Unter-bzw. Überschreitung der kalkulierten Produktionsvorbereitungskosten

Sollten Sie die kalkulierten, der einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE) zugrundeliegenden Produktionsvorbereitungskosten des Projekts unterschreiten, sind wir leider gezwungen, den Förderbeitrag der Unterschreitung entsprechend prozentual zu kürzen. Dies hat zur Folge, dass die finale Rate der Produktionsvorbereitungsförderung nicht zur Gänze ausgezahlt werden kann.

Im Falle einer Überschreitung der kalkulierten Produktionsvorbereitungskosten können wir die Fördersumme leider nicht nachträglich erhöhen.

19.4 Abweichungen vom vereinbarten Territorialeffekt und den vereinbarten Drehtagen in Südtirol im Rahmen der Produktionsförderung

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir Abweichungen von dem in der Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE) festgelegten Territorialeff ekt bzw. von den dort festgelegten Drehtagen in Südtirol nur in absoluten Ausnahmefällen akzeptieren können. Anerkennen können wir einen geringeren Territorialeffekt sowie eine verringerte Anzahl an Drehtagen in Südtirol in der Regel nur, wenn dies für Ihr Projekt technisch unabdingbar war oder dadurch ein unverhältnismäßig hoher Aufwand vermieden werden konnte.

Grundsätzlich müssen wir bei einer Unterschreitung des Territorialeffekts bzw. der Drehtage in Südtirol leider die bewilligten Mittel reduzieren bzw. können Teile der finalen Förderrate nicht auszahlen.

19.5 Unter- bzw. Überschreitung der kalkulierten Gesamtherstellungskosten im Rahmen der Produktionsförderung

Sollten Sie die kalkulierten, der Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE) zugrundeliegenden Gesamtherstellungskosten des Projekts unterschreiten, sind wir leider gezwungen, den Förderbeitrag der Unterschreitung entsprechend prozentual zu
kürzen. Dies hat zur Folge, dass die finale Rate der Produktionsförderung nicht zur Gänze ausgezahlt werden kann.

Wenn die Schlussprüfung des Projekts zum Ergebnis hat, dass sowohl der Territorialeffekt als auch die Gesamtherstellungskosten nicht wie kalkuliert erreicht wurden, kürzen wir den Förderbeitrag in der Regel entsprechend der prozentual höheren Unterschreitung.

19.6 Abweichungen von den vereinbarten Ausbildungstagen im Rahmen der Produktionsförderung

Wir bitten Sie, die vereinbarten Ausbildungstage grundsätzlich einzuhalten. Da wir mit unserer Förderung das Ziel verfolgen, eine nachhaltige Infrastruktur in Südtirol aufzubauen, ist uns die Ausbildung und Weiterbildung von lokalen Arbeitskräften besonders wichtig. Versäumte Manntage können zu einer Reduktion unseres Förderbeitrags führen.


20 Sonstige Informationen

Ihr Projekt sollte in der Regel maximal 24 Monate nach Ausstellung der Förderzusage in einem EU-Land veröffentlicht werden.

Termine von TV-Ausstrahlung bzw. Kinostart/Festivalpremiere Ihres Projekts kündigen Sie uns bitte spätestens eine Woche vorher an. Bitte nennen Sie im Falle einer Produktions förderung BLS branchenüblich im Vor-und Abspann Ihrer Produktion.

Bitte beachten Sie die Nennungsverpflichtungen aus Artikel 10 der Förderrichtlinien und nennen Sie BLS branchenüblich in Vor-und/oder im Abspann Ihrer Produktion sowie immer dann, wenn Förder- und Finanzierungspartner des geförderten Projekts genannt werden. Bitte nutzen Sie dazu in der Regel unser Logo, das Ihnen unter www.bls.info zum Download bereitsteht.


21 Rechtliche Hinweise

Die Zahl der geförderten Projekte ist nicht abhängig von der Jahresmittelverfügbarkeit der Südtiroler Filmförderung. Es besteht also kein Anspruch auf eventuell noch vorhandene Mittel der Filmförderung zum Jahresende.

Die BLS behält sich grundsätzlich vor, Antragssummen nicht in voller Höhe zu genehmigen.

Eingereichte Projekte können auch in nachfolgenden Einreichperioden genehmigt werden.

Da es sich bei der Förderentscheidung um einen Verwaltungsakt handelt, können Sie gegen diese fristgerecht rechtliche Schritte einleiten. Über die Fristen werden Sie in den Zu- und Absageschreiben aufgeklärt.

21.1 Falschangaben des Antragstellers

Falschaussagen oder Unterschlagung der geforderten Informationen, führen zur Nichtberücksichtigung des Antrags bzw. im Falle einer bereits gewährten Förderung, zum sofortigen Widerruf derselben und einer Rückzahlungsverpflichtung des Antragstellers.

Es können Stichproben durchgeführt werden.

21.2 Insolvenz oder Projektabbruch

Ein wie auch immer begründeter Projektabbruch hat die Haftung des oder der verantwortlichen Produzenten für den Zuschuss der südtiroler Filmförderung zur Folge. BLS kann die gesamte Fördersumme oder eine zum angekündigten Fördereffekt in Relation stehende Höhe zurückverlangen.

21.3 Haftung für den Zuschuss

Die Haftung für den Zuschuss übernimmt grundsätzlich der Geförderte. Wir behalten uns das Recht vor, im Falle einer Koproduktion auf eine Mithaftung weiterer risikobeteiligter Produzenten zu bestehen.

21.4 Ausschluss des Rechtsanspruches auf Förderung

Ein Rechtsan spruch auf Förderung besteht ausdrücklich nicht.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Merkblatt weiterhelfen zu können. Für Rückmeldungen bezüglich der Qualität und der Verständlichkeit der getroffenen Aussagen sind wir grundsätzlich dankbar. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Projekt viel Erfolg!

 
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