Wissenswertes über unsere Produktionsförderung

Im Rahmen unseres umfangreichsten Förderansatzes unterstützen wir Produzenten, die ein Filmprojekt ganz oder teilweise in Südtirol umsetzen. Das Förderbudget kann bis zu 50% der kalkulierten Gesamtherstellungskosten betragen, in Ausnahmefällen sogar bis zu 80%.  Ausnahmefälle sind sogenannte kleine und schwierige sowie bei mit knappen Mitteln erstellte Filme. Die Höchstfördersumme beträgt pro Projekt 1,5 Mio. Euro. Unsere Unterstützung erfolgt ausnahmslos mittels nicht-rückzahlbarer Zuschüsse in Form projektbezogener Raten. Selbstverständlich können Sie diese Mittel mit anderen öffentlichen Förderungen kumulieren.

Wer ist antragsberechtigt?

Unser Fördermodell berechtigt grundsätzlich Produktionsfirmen, einen Antrag zu stellen. Im Fall einer Koproduktion wird dieser in der Regel durch den majoritären Produzenten gestellt. Ob im Falle einer Förderung der majoritäre Produzent oder die Koproduzentengemeinschaft unterstützt wird, stimmen Sie bitte im Einzelfall mit uns ab. Die Eigenschaft der Majorität ergibt sich, wie international üblich, über den Copyright-Anteil. Dieser muss nachgewiesen sein und mindestens 50% betragen.

Ausnahmen gelten für internationale Koproduktionen mit italienischer Beteiligung. In diesen Fällen soll gemäß unseres Modells  der majoritäre italienische Produzent den Antrag stellen, und zwar selbst dann, wenn er innerhalb der internationalen Partner minoritär ist. Gefördert wird in diesen Fällen der Anteil des italienischen Produktionspartners.

Sobald ein Südtiroler Produzent in eine nationale oder internationale Koproduktion involviert ist, tritt eine weitere Ausnahmeregelung in Kraft. So stellt in diesem Fall grundsätzlich die südtiroler Produktionsfirma den Antrag auf Förderung, ganz unabhängig von ihrem Status in der Koproduktionsgemeinschaft. Analog zur oben genannten Regelung fördern wir auch in diesen Fällen den Anteil des südtiroler Produktionspartners.

Bitte beachten Sie, dass sich diese Informationen in erster Linie auf Kinofilmproduktionen beziehen. Sollten Sie ein als TV-Koproduktion angelegtes Projekt zur Förderung einreichen wollen, halten Sie bitte Rücksprache mit uns. 

Der Territorialeffekt

Wir müssen Sie bitten, bei Antragstellung in einer Projektkalkulation nachzuweisen, dass Sie im Rahmen des geförderten Projektes mindestens 150 % der Fördersumme wieder in den Standort Südtirol investieren. Ausnahmen gelten für Projekte mit einem engen Bezug zum  Land Südtirol. Im Rahmen der Kalkulation erkennen wir sämtliche Kostenarten an, die im Rahmen der Produktion entstehen, sofern sie branchenüblich kalkuliert sind. Besonderen Wert legen wir jedoch auf filmwirtschaftliche Effekte, die zur Stärkung und Weiterentwicklung des Filmstandorts Südtirol beitragen.  Wenn Sie im Förderantrag einen höheren Regionaleffekt benennen, müssen wir darauf bestehen, dass Sie diesen auch tatsächlich erbringen.

Der kulturelle Eigenschaftstest

Grundsätzlich können wir nur solche Projekte fördern, die in einem kulturellen Eigenschaftstest mindestens vier von maximal 16 Punkten erhalten. Hier können Sie ihr Projekt bezüglich der kulturellen Kriterien überprüfen.

Der Eigenanteil

Unser Modell sieht vor, dass der Produzent selbst einen angemessenen Anteil zur Finanzierung erbringt. Dies kann in Form von Verleih- und Vertriebsgarantien, Fernsehlizenzverkäufen, Eigenleistungen sowie durch Eigenmittel geschehen. Filmfördermittel, mit Ausnahme von Preisgeldern, können wir nicht auf den Eigenanteil anrechnen. Die Eigenmittel sollen mindestens 5% der kalkulierten Herstellungskosten betragen, bei Koproduktionen bezogen auf den von der jeweiligen Seite zu finanzierenden Koproduktionsanteil.

Der Förderantrag

Um einen Antrag auf Produktionsförderung für einen Kinofilm zu gewähren, benötigen wir unter anderem einen gültigen Vertrag mit einem Verleiher (Deal Memo). Gleiches gilt für einen Lizenzvertrag, wenn Sie die Förderung einer Fernsehproduktion beantragen. Je nach Beschaffenheit können wir auch LOIs akzeptierten.

Zudem muss der Antrag unter anderem folgende Bestandteile beinhalten:

  • das Drehbuch
  • eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes
  • eine detaillierte Kalkulation des Projekts
  • einen Finanzierungsplan mit Finanzierungsnachweisen
  • den Nachweis zum Erwerb der Verfilmungsrechte
  • eine Liste des geplanten Stabs und der geplanten Besetzung
  • Informationen zur geplanten Verwertung

Bitte beachten Sie, dass wir Ihren Antrag nur dann zur weiteren Prüfung zulassen können, wenn dieser samt Anlagen vollständig bei uns eingereicht wurde. Unvollständig eingereichte Anträge können wir leider nicht berücksichtigen.

In der Regel darf der erste Drehtag zum Zeitpunkt der Einreichung noch nicht stattgefunden haben.

Die Einreichfristen

  • 27.09.2017 (Entscheidung bis 14.11.2017)
  • 24.01.2018 (Entscheidung bis 13.03.2018)
  • 02.05.2018 (Entscheidung bis 19.06.2018)
  • 19.09.2018 (Entscheidung bis 06.11.2018)

Sie können Ihren Antrag jederzeit über unser Online-Portal erstellen, bearbeiten und abschicken. Wir berücksichtigen diesen dann grundsätzlich im Rahmen des nächsten Prüfungszeitfensters. Dieses beginnt an den oben genannten Tagen jeweils um 12:00 Uhr.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir Ihren Antrag nur dann akzeptieren können, wenn Sie mindestens 7 Werktage vor Ende der Einreichfrist ein Beratungsgespräch mit uns geführt haben. Dieses kann entweder telefonisch, aber natürlich auch persönlich mit uns geführt werden.

Bitte beachten Sie, dass die Antragsstellung ausschließlich online erfolgen kann. Bitte schicken Sie uns zusätzlich 5 ausgedruckte Kopien Ihres Drehbuches bis zum Beginn der oben genannten Prüfungszeitfenster auf dem Postweg zu.

 
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