Merkblatt Produktionsf├Ârderung (Stand: 24. Juni 2015)

In dem Merkblatt zur Produktionsförderung haben wir alle wesentlichen Informationen zusammengefasst, die Sie zur Antragstellung benötigen. Sollten Sie dennoch Fragen zur Antragstellung haben, helfen wir Ihnen gerne persönlich weiter.

1 Ausrichtung und Ziele der Förderung
2 Welche Produktionen fördern wir?
3 In welcher Form fördern wir?
4 Wer ist antragsberechtigt und wen fördert BLS?
5 Höhe der Förderungen
6 Der erforderliche Territorialeffekt
7 Der kulturelle Eigenschaftstest
8 Wie läuft die Förderung konkret ab? Von der Beantragung bis zur Einseitigen Verpflichtungserklärung
9 Welche Angaben sind für die Beantragung der Fördergelder notwendig?
10 Ergänzende Informationen zum Online-Antrag
11 Was muss ich bei der Kalkulation des Projekts berücksichtigen?
12 Kostenarten und ihre Anerkennung
13 Eigenanteil
14 Koproduktionen
15 Kalkulationen und Finanzierungsplan als Bestandteil der Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE)
16 Auszahlung der Fördermittel
17 Teilbeträge, Fristen und Verpflichtungen
18 Verwendungsnachweis
19 Sonstige Informationen
20 Rechtliche Hinweise


1 Ausrichtung und Ziele der Förderung

Die Autonome Provinz Bozen fördert Film- und Fernsehproduktionen mit dem Ziel, einen gesamtwirtschaftlichen und insbesondere einen filmwirtschaftlichen Territorialeffekt für Südtirol (= Südtirol-Effekt) zu erreichen. Zuständig für die Durchführung der Südtiroler Filmförderung ist BLS Südtirol Alto Adige. Unsere Aufgabe besteht darin

Um den Filmstandort Südtirol bestmöglich und nachhaltig zu stärken und weiter zu entwickeln, achten wir darauf, dass Sie im Rahmen Ihrer Produktion spezialisierte Dienstleister und Personal sowie Anbieter aus den Bereichen Handwerk oder anderer Wirtschaftszweige aus Südtirol in Ihre Produktion einbinden.

Hierbei bitten wir Sie folgendes zu berücksichtigen: Der Einsatz von Personal und Dienstleistern aus Südtirol ist im Rahmen unseres Förderkonzeptes wichtiger als eine imagewirksame Inszenierung des Landes, seiner Landschaft oder seiner Geschichte. Dementsprechend befürworten wir bei Ihren Produktionen den „effektwirksamen“ Einsatz von Südtirolern außerhalb der Landesgrenzen ebenso wie den Einsatz Südtiroler Locations für Plots, deren Handlung nicht in Südtirol stattfindet.


2 Welche Produktionen fördern wir?

BLS fördert im Rahmen der Produktionsförderung Spiel-, Animations- und Dokumentarfilme für Kino und TV sowie Serien und Mehrteiler.

Dokumentarfilme müssen dabei mindestens auf 30 Minuten, Fernsehfilme und Serien auf 45 Minuten und Kinofilme auf 80 Minuten angelegt sein. Produktionen von Werbefilmen, Sportsendungen sowie Unterhaltungs- und Informationsformaten (z.B. Magazinsendungen, Fernsehshows sowie Reality-TV) können wir nicht unterstützen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir im Rahmen der Produktionsförderung grundsätzlich Produktionen bevorzugen,  bei denen entscheidende Finanzierungsbausteine zum Zeitpunkt der Antragstellung bei BLS bereits bestätigt sind. Projekte ohne jegliche bestätigte Finanzierungsbausteine kann BLS nur in Ausnahmefällen fördern. Ausnahmen können lokale Produktionen, Produktionen mit einem hohen kulturellen Bezug zum Standort sowie Erstlingsfilme und Zweitwerke sein. Die Bewertungen werden jedoch jeweils individuell von der BLS gemeinsam mit ihrem Expertengremium vorgenommen. Wir empfehlen Ihnen dringend, sich in dieser Frage vor Ihrer Antragstellung von uns beraten zu lassen. In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, mit dem Antrag noch abzuwarten, um eine positive Förderentscheidung wahrscheinlicher zu machen.

Internationale Koproduktionen, insbesondere solche zwischen Italien, Deutschland und Österreich, werden bevorzugt behandelt.


3 In welcher Form fördern wir?

BLS unterstützt in Form von finanziellen Zuschüssen, die nicht zurückerstattet werden müssen – unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg der Produktion.


4 Wer ist antragsberechtigt und wen fördert BLS?

 

4.1 Zielgruppen

Unser Fördermodell richtet sich ausschließlich an Produktionsfirmen, und zwar unabhängig vom Standort ihres Unternehmenssitzes. Bitte beachten Sie, dass wir im Vorfeld sowie im Verlauf einer Antragstellung ausschließlich mit den antragstellenden Produzenten über antragsrelevante Fragen sprechen können. Im Fall einer Koproduktion stellt in der Regel der majoritäre Produzent den Antrag. Ob im Falle einer Förderung der majoritäre Produzent oder die Koproduzentengemeinschaft unterstützt wird, stimmen Sie bitte im Einzelfall mit uns ab. Die Eigenschaft der Majorität ergibt sich, wie international üblich, über den Copyright-Anteil. Dieser muss nachgewiesen sein und mindestens 50% betragen.

4.2 Ausnahmen

Ausnahmen gelten für internationale Koproduktionen mit italienischer Beteiligung. In diesen Fällen soll gemäß unseres Modells der majoritäre italienische Produzent den Antrag stellen, und zwar selbst dann, wenn er innerhalb der internationalen Partner minoritär ist. Gefördert wird in diesen Fällen der Anteil des italienischen Koproduktionspartners.

Sobald ein Südtiroler Produzent in eine nationale oder internationale Koproduktion involviert ist, tritt eine weitere Ausnahmeregelung in Kraft. Dann stellt grundsätzlich die Südtiroler Produktionsfirma den Antrag auf Förderung, ganz unabhängig von ihrem Status in der Koproduktionsgemeinschaft. Analog zur oben genannten Regelung fördern wir auch in diesen Fällen den Anteil des südtiroler Produktionspartners.

Bitte beachten Sie, dass sich die Informationen unter Punkt 4.1. und 4.2 in erster Linie auf Kinofilmproduktionen beziehen. Sollten Sie ein als TV-Koproduktion angelegtes Projekt zur Förderung einreichen wollen, halten Sie bitte Rücksprache mit uns.


5 Höhe der Förderungen

Wir können im Rahmen unseres Modells bis zu 50% der kalkulierten Herstellungskosten fördern, maximal 1.500.000,00 € pro Projekt. Kumulierungen mit anderen Förderungen sind möglich, allerdings darf der Gesamt-Förderanteil der Finanzierung in der Regel 50% des Budgets nicht überschreiten.  

Ausnahmen bilden sogenannte „schwierige Filme“ oder „mit knappen Mitteln erstellte Filme“. Unter mit knappen Mitteln erstellte Filme verstehen wir Kinoprojekte mit weniger als 1.500.000,00 € Budget. Schwierige Filme im Sinne unserer Definition sind Erst- und Zweitwerke im Bereich Kinofilm, Dokumentarfilme, Projekte von Filmschulen sowie Filme von besonderem kulturellem Interesse, die mindestens acht Punkte im Kulturellen Eigenschaftstest erzielen. In diesen Fällen können wir maximal 80% der Gesamtherstellungskosten fördern.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir uns im Zuge der Evaluierung von eingereichten Projekten Kürzungen bei der Höhe des beantragten Zuschusses vorbehalten.


6 Der erforderliche Territorialeffekt

 

6.1 Grundsätze

Im Rahmen der Produktionsförderung bitten wir Sie nachzuweisen, dass im Verhältnis zur Fördersumme folgende Herstellungskosten nachweislich in Südtirol ausgegeben werden:

Wenn Sie im Förderantrag einen höheren Territorialeffekt angeben, muss die Produktion diesen auch tatsächlich erbringen.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir einen höheren als von Ihnen in Ihrem Antrag kalkulierten Territorialeffekt zur Bedingung für eine finale Förderzusage machen können. In diesem Fall steht es Ihnen natürlich frei, auf die Förderung zu verzichten.

6.2 Abweichungen

Wir können auf Antrag von den oben genannten Grundsätzen abweichen, wenn

6.3 Sonstiges

Trotz unserer Regelungen zum Territorialeffekt gewährleisten wir, dass Sie mindestens 20% der Herstellungskosten in einem anderen Land des Europäischen Wirtschaftsraums ausgegeben können, ohne dass der von uns gewährte Zuschuss gekürzt wird. Wir können Sie in keinem Fall verpflichten, mehr als 80 Prozent des Produktionsbudgets in Südtirol auszugeben.


7 Der kulturelle Eigenschaftstest

Grundsätzlich können wir nur solche Projekte fördern, die in einem kulturellen Eigenschaftstest mindestens vier von maximal 16 Punkten erhalten. Wir empfehlen Ihnen ausdrücklich, Ihr Projekt zur Ihrer eigenen Gewissheit selbst zu prüfen, bevor Sie den Förderantrag einreichen. Die entsprechende Maske finden Sie online unter Kultureller Eigenschaftstest.

Bitte beachten Sie, dass Sie im Falle eines positiven Förderbescheids während der Produktionsvorbereitung bzw. der Produktion selbst keine Änderungen am Projekt vornehmen können, die zur Folge hätten, dass das geförderte Projekt im Kulturtest weniger als vier Punkte erreicht.


8 Wie läuft die Förderung konkret ab? Von der Beantragung bis zur Einseitigen Verpflichtungserklärung

Sie können Ihren Antrag jederzeit und ausschließlich über unser Online-Portal erstellen, bearbeiten und abschicken. Wir berücksichtigen diesen dann grundsätzlich im Rahmen des nächsten Prüfungszeitfensters. Dieses beginnt an den definierten Tagen jeweils um 12:00 Uhr.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir Ihnen erst dann einen Log-In zu unserem Online-Portal zukommen lassen können, nachdem Sie mit uns ein Beratungsgespräch über das Projekt geführt haben, das Sie zur Förderung einreichen möchten. Das Beratungsgespräch soll mindestens 7 Werktage vor Ablauf der Einreichfrist geführt worden sein. Wir behalten uns ausdrücklich vor, Projekte nicht zu berücksichtigen, für die innerhalb des genannten Zeitraums kein Beratungsgespräch vereinbart wurde.

8.1 Der zeitliche Ablauf

Innerhalb von etwa fünf Wochen nach Beginn des Prüfungszeitfensters evaluieren wir die eingereichten Projekte in Zusammenarbeit mit einem Expertengremium hinsichtlich kultureller und wirtschaftlicher Kriterien und sprechen in einer gemeinsamen Fördersitzung eine Empfehlung zur Annahme oder zur Ablehnung des jeweiligen Förderantrags aus.  

Innerhalb von sechs bis sieben Wochen nach Beginn des jeweiligen Prüfungszeitfensters legt sich die Südtiroler Landesregierung auf Basis unserer Empfehlung endgültig auf die zu fördernden Projekte fest. Diese Festlegung teilen wir Ihnen in jedem Fall schriftlich mit. Auch im Falle einer Ablehnung erhalten Sie von uns eine schriftliche Mitteilung. Das Schreiben, dass sie im Falle einer positiven Festlegung der Landesregierung erhalten, hat den Charakter einer grundsätzlichen, jedoch zeitlich befristeten Förderzusage.

Innerhalb der in dieser Förderzusage angegeben Frist (in der Regel sechs bis neun Monate) haben Sie die Möglichkeit, Ihre Projektvorbereitung zu finalisieren, d.h. insbesondere Ihre Finanzierung zu schließen und auf Basis dieser eine endgültige Kalkulation des Projekts zu erstellen.

Sobald

stellen wir Ihnen eine projektbezogene, sogenannte Einseitige Verpflichtungserklärung (EVE) aus. Diese enthält alle genauen Förderbedingungen (u.a. Höhe des Territorialeffekts, Drehtage in Südtirol, anerkannte Herstellungskosten) und hat den Charakter der finalen und rechtlich verbindlichen Förderzusage. Die Einseitige Verpflichtungserklärung ist mit dem anderenorts üblichen Fördervertrag vergleichbar.

Bitte beachten Sie, dass die BLS für alle wirtschaftlich und finanziell relevanten Prüfungsschritte vor Ausstellung der EVE die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baker Tilly Revisa GmbH beauftragt hat. Diese wird sich im Fall einer Förderzusage möglichweise direkt mit Ihnen von Verbindung setzen, um eventuell für die Prüfung benötigte Detaildokumente bei Ihnen anzufordern. Weitere individuell auf Ihr Projekt bezogene Informationen zum Ablauf nach einer Förderzusage lassen wir Ihnen rechtzeitig in schriftlicher Form zukommen. Allgemeine Erstinformationen finden Sie außerdem in diesem Dokument ab Punkt 15. Sollten Sie weitere Fragen haben, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung.

8.2 Das Beratungsgespräch

Wie bereits weiter oben erwähnt, müssen wir Sie bitten, ein projektbezogenes Beratungsgespräch mit einem unserer Mitarbeiter zur führen, bevor wir Ihren einen Log-In für unser Förderportal zukommen lassen können. In diesem Gespräch stellen wir Ihnen persönlich oder telefonisch dar, wie Sie die Grundvoraussetzungen zur
Förderung am besten erfüllen. Bitte terminieren Sie dieses Gespräch spätestens 7 Werktage vor dem geplanten Einreichtermin. 

8.3 Das Antragsformular und die Einreichung

Nach dem Beratungsgespräch können Sie sich im Online-Portal www.filmfund.bls.info registrieren. Um Ihre Registrierung für die Erstellung des Antrags freischalten zu können, benötigen wir zur sogenannten „leichten Identifizierung“ die  Kopie des Personalausweises eines gesetzlichen Vertreters der antragstellenden Produktionsfirma. Indem der gesetzliche Vertreter diese Kopie unterschreibt, bestätigt er, dass er für die Richtigkeit der Angaben im Antrag verantwortlich ist bzw. dass in seinem Auftrag gehandelt wird. Sie können uns die erwähnte mit Unterschrift versehene Kopie via Email oder Fax zukommen lassen. Nachdem wir Sie daraufhin freigeschaltet haben, können Sie Ihren Antrag online ausfüllen, die notwendigen Dokumente hochladen und über die Applikation absenden.

Darüber hinaus bitten wir Sie, uns die dem Antrag zugrundeliegenden Drehbücher (bei Dokumentarfilmprojekten das ausführliche Treatment) in fünffacher Ausfertigung auf dem Postweg zukommen zu lassen. DVDs oder andere Unterlagen, die nicht elektronisch versendet werden können, dürfen Sie den Drehbüchern / Treatments gerne beilegen. Auch die gedruckten Unterlagen müssen uns innerhalb der Antragsfrist vorliegen, damit wir Ihren Antrag als Ganzes berücksichtigen können.

Für die Bearbeitung Ihres Antrags sind wir gezwungen, eine Antragsgebühr zu erheben. Bitte überweisen Sie zu diesem Zweck € 16,00  direkt auf das Konto der BLS. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Punkt 9 dieses Merkblatts.

8.4 Vollständige Antragsunterlagen

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir Ihren Antrag nur dann zur weiteren Prüfung zulassen können, wenn dieser samt Anlagen vollständig bei uns eingereicht wurde.  

8.5 Rückzug des Antrags und erneute Einreichung  

Sie können einen eingereichten Antrag ohne besondere Begründung bis maximal zwei Wochen nach Ende der jeweiligen Einreichfrist zurückziehen. Die Einreichung gilt dann als nicht erfolgt. Ein späterer Rückzug ist nur in Ausnahmefällen möglich. Ein schriftlicher Antrag auf Rückzug des Projekts muss bis spätestens 18 Uhr am Tag vor der jeweiligen Fördersitzung des BLS-Expertengremiums (etwa fünf Wochen nach Ende der Einreichfrist) bei der BLS eingegangen sein und bedarf einer besonderen Begründung. Es obliegt der BLS zu entscheiden, ob dem Antrag auf Rückzug stattgegeben wird.

Abgelehnte Projekte können zu jeder Zeit, jedoch nur einmalig und nach substanziellen Änderungen am Projekt bzw. am Antrag neu eingereicht werden.
Substanzielle Änderungen sind z.B. ein neues Drehbuch oder die Bestätigung eines neuen und entscheidenden Finanzierungsbausteins.

Bitte heben Sie im Falle einer erneuten Einreichung diese substanziellen Änderungen in Ihrem Antrag klar hervor und geben Sie in Ihrer Producers Note Begründungen dafür an, warum Sie einen erneuten Antrag auf Basis der substanziellen Änderungen an Ihrem Projekt für berechtigt halten.

8.6 Das Expertengremium

Die Rolle des Ausschusses ist nicht entscheidender, sondern beratender Natur. Dennoch legen wir auf die Meinungen seiner Mitglieder großen Wert und formulieren unsere Empfehlung in Absprache mit dem Gremium. Diese Formulierung legen wir der Landesregierung vor, welche die zu fördernden Projekte final festlegt.  

8.7 Aufschieben der Entscheidung

Das Expertengremium kann gemeinsam mit BLS die Empfehlung aussprechen, über ein eingereichtes Projekt in der jeweiligen Folgesitzung erneut zu beraten. Dies bedeutet, dass in der aktuellen Sitzung weder eine positive noch eine negative Empfehlung hinsichtlich der eventuellen Förderung des Projekts ausgesprochen wird. Das Gremium kann in diesen Fällen beschließen, neue bzw. aktualisierte Dokumente zu dem jeweiligen Projekt einzufordern.

Auch in die jeweilige Folgesitzung geschobene Projekte können Sie analog zu den unter 8.5 erläuterten Regelungen zurückziehen. Erfolgt der Rückzug bis maximal zwei Wochen nach der Einreichfrist der Folgesitzung, bedarf es keiner besonderen Begründung. Ihre Einreichung gilt dann als nicht erfolgt. Ein späterer Antrag auf Rückzug muss schriftlich bis spätestens 18 Uhr des Tages vor der Fördersitzung bei uns eingegangen sein und muss begründet werden. Es obliegt der BLS zu entscheiden, ob dem Antrag auf Rückzug stattgegeben wird.


9 Welche Angaben sind für die Beantragung der Fördergelder notwendig?

Sie können die folgenden Unterlagen in deutscher, italienischer oder englischer Sprache einreichen. Unterlagen in anderen Sprachen können wir leider bei der Evaluation Ihres Antrags nicht berücksichtigen. Im Falle einer Einreichung in Deutsch oder Italienisch bitten wir Sie, die entsprechend gekennzeichneten Dokumente (zusätzlich) in englischer Sprache zur Verfügung zu stellen. Alle Unterlagen können im Online-Antragsformular nach Ihrer Registrierung unter:  http://filmfund.bls.info hochgeladen werden (siehe Punkt 8.3 dieses Merkblatts).

Im Falle einer Koproduktion können weitere Unterlagen erforderlich sein.

BANCA POPOLARE DI SONDRIO 
Kontoinhaber:
IDM Südtirol Alto Adige AG
IBAN: IT23 Q 05696 11600 000004070X01
BIC: POSOIT22XXX

Alle Unterlagen können im Online-Antragsformular unter: http://filmfund.bls.info hochgeladen werden.

ACHTUNG. Wir bitten Sie, das Drehbuch in 5facher Kopie an unsere neue Postadresse innerhalb der Einreichfrist zu verschicken:
IDM Südtirol Alto Adige
Siemensstrasse 19
I - 39100 Bozen


10 Ergänzende Informationen zum Online-Antrag

Sie können Ihren Antrag bei uns ausschließlich online unter http://filmfund.bls.info einreichen. Bitte berücksichtigen Sie dabei Punkt 8.3 dieses Merkblattes.
Die Online-Anwendung führt Sie Schritt für Schritt durch die einzelnen Stufen der Antragstellung. Sie werden zunächst gebeten, Ihr Projekt anzulegen, bevor Sie anschließend die Art der Förderung auswählen können, die Sie beantragen möchten. Freigeschaltete Projektanträge können Sie jederzeit über die Online-Applikation bearbeiten.

Die im Antragsformular mit einem * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

10.1 Unvollständige Online-Einreichung

Anträge, die zum Einreichtermin unvollständig vorliegen, können wir leider nicht weiterbearbeiten und nicht zur Evaluierung zulassen. Sie können dann zum nächsten Termin einen neuen Versuch starten. Bitte halten Sie bei Fragen Rücksprache mit uns.

10.2 Angegebene Kontaktperson

Im Rahmen des Antrags muss ein Ansprechpartner der antragstellenden Produktionsgesellschaft benannt werden.

10.3 Ausreichende Detailtiefe

Bitte achten Sie bei Biografien und Filmographien auf ausreichende und branchenübliche Detailtiefe. Wir wünschen uns folgende Mindestangaben für jedes vergangene Projekt in der Filmographie der Produzenten bzw. des Regisseurs:

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich zu oberflächliche Informationen in diesem Bereich negativ auf die formale Begutachtung Ihres Antrags auswirken kann.

10.4 Professionelle Stab- und Besetzungsliste

Kreatives und technisches Personal sowie Dienstleister, die bei Antragstellung bereits Teil des Projektteams sind, erfassen Sie bitte in einer ausführlichen branchenüblichen Stab- und Besetzungsliste unter Angabe des steuerlich relevanten Wohn- bzw. Geschäftssitzes. Letzteres gilt insbesondere, wenn die entsprechende Leistung von uns als Territorialeffekt anerkannt werden soll.

In jedem Fall sollte Ihrem Antrag eine Liste derjenigen Rollen, Positionen und Dienstleister beiliegen, die von uns gemäß unserer Kostenanerkennungsliste (vgl. dazu Kapitel 12.12 dieses Merkblatts) als Territorialeffekt anerkannt werden sollen. Sollten Sie diesbezüglich schon über konkrete Namen verfügen, geben Sie zu diesen bitte schon in den Antragsunterlagen den entsprechenden Wohn- bzw. Firmensitz an.

Die Angaben auf dieser Liste müssen unbedingt den Angaben in Ihrer Detailkalkulation des Projekts entsprechen.

10.5 Unterlagen in englischer Sprache

Um Ihre Anträge professionell und möglichst umfassend beurteilen zu können, besteht das Expertengremium der BLS aus deutsch- und italienischsprachigen Experten. Damit sich alle Mitglieder des Gremiums unabhängig von ihren Deutsch- bzw. Italienischkenntnissen ein ausreichend profundes Bild Ihres Projekts machen können, bitten wir Sie, die von uns gekennzeichneten Unterlagen zusätzlich oder ausschließlich in englischer Sprache einzureichen.

Als besonders relevant hat sich in diesem Zusammenhang die Vorlage eines englischsprachigen Treatments herausgestellt. Für die Projektevaluation weisen wir allen Mitgliedern unsers Gremiums aus der Gesamtheit aller eingereichten Projekte jeweils etwa acht bis zehn sogenannte Schwerpunktprojekte zu, die von den jeweiligen Experten in der Gesamtheit der eingereichten Unterlagen inklusive der Lektüre des Drehbuches inhaltlich, wirtschaftlich, finanziell und rechtlich evaluiert werden. Zur Begutachtung aller neben den jeweiligen Schwerpunktprojekten eingereichten Anträge können die Experten auf die Lektüre des Drehbuches verzichten – müssen aber in die Lage versetzt werden, sich auf andere Art und Weise ein Bild von der inhaltlichen und dramaturgischen Gestaltung des Projekts zu machen. Exakt aus diesem Grund benötigen wir auch eine englischsprachige Fassung Ihres Treatments.

Sollten Sie über kein klassisches Treatment verfügen und aus diesem Grund auch keine Übersetzung vornehmen lassen können, reicht uns auch eine besonders ausführliche Inhaltszusammenfassung des Projekts.  

Grundsätzlich gilt: Je besser aus dem eingereichten Dokument die inhaltliche und dramaturgische Gestaltung des Projekts, die Zeichnung der Figuren sowie die Gestaltung der Dialoge deutlich wird, desto umfassender können sich die Mitglieder des Gremiums mit Ihrem Projekt auseinandersetzen und sich im Idealfall für eine Förderung einsetzen.

10.6 Vorlage aller vorhandenen Finanzierungsnachweise

Für alle Finanzierungsbestandteile, die Sie im Finanzierungsplan zu Ihrem Projekt als „ok“ kennzeichnen (Bsp.: Verleihvertrag mit Minimumgarantie, Koproduktionsvertrag mit einem Fernsehsender, Beitrag einer anderen Filmförderung) müssen dem Antrag auf Filmförderung die Dokumente beigelegt werden, die die jeweilige Finanzierung bestätigen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns nur auf diese Art und Weise ein Bild von der tatsächlichen Finanzierungssituation Ihres Projekts und der damit eng verbundenen Realisierungswahrscheinlichkeit machen können.

Anträge, bei denen als bestätigt gekennzeichnete Finanzierungsbestandteile nicht glaubhaft belegt sind, müssen wir leider als unvollständig betrachten. Dies hat zur Folge, dass sie für eine Förderung der BLS nicht in Betracht genommen werden.

10.7 Angabe sämtlicher Finanzierungsbausteine im Finanzierungsplan

Bitte berücksichtigen Sie, dass Sie verpflichtet sind, im Finanzierungsplan alle vorhandenen sowie alle geplanten Finanzierungsbausteine unter Angabe der Höhe der Finanzierung sowie der Finanzierungsart zu nennen, so dass ein realistisches Bild von der Finanzierungssituation Ihres Projekts entsteht. Das gilt auch für Finanzierungsarten wie Rückstellungen und Beistellungen sowie für den Eigenanteil. Sollten Sie nach dem Abschicken des Antrags weitere Finanzierungsquellen in Ihr Projekt miteinbeziehen wollen, bitten wir Sie, uns dies unverzüglich mitzuteilen. Dies gilt insbesondere im Falle einer positiven Förderzusage. Einer anderen als dem Antrag zugrundeliegenden Finanzierung des Projekts muss seitens der BLS zugestimmt werden.

Bitte nennen Sie im Finanzierungsplan lediglich die Finanzierungsbausteine, die für die Herstellung des Films inklusive der anerkannten Vorkosten relevant sind. Sollten Sie bereits in früheren Phasen (z.B. Drehbuch, Projektentwicklung, Produktionsvorbereitung) Förderungen oder Finanzierungen erhalten haben, bitten wir Sie, die entsprechenden Angaben im Antrag in Kapitel 1 des Antrags zu machen.


11 Was muss ich bei der Kalkulation des Projekts berücksichtigen?

Im Folgenden haben wir für Sie alle relevanten Punkte in Sachen Kalkulation zusammengefasst. Sollten dennoch Fragen entstehen, wenden Sie sich bitte persönlich an uns, bevor Sie den Online-Antrag abschließend ausfüllen und abschicken. Wir unterstützen Sie gerne.

11.1 Verbindliche Wahl des Kalkulationsschemas bei der Übersichtskalkulation

Im Online-Antrag können Sie zwischen einem Kalkulationsschema nach dem italienischen Fondo Unico dello Spettacolo (FUS) und dem in Deutschland üblichen Kalkulationsschema der Filmförderanstalt (FFA) wählen. Die Einschränkung auf zwei mögliche Kalkulationsschemata für Ihre Überblickskalkulation hilft uns, Ihre Anträge besser miteinander vergleichen zu können.

Bitte beachten Sie, dass die Wahl verbindlich ist und nicht rückgängig gemacht werden kann.  

11.2 Wissenswertes zur Detailkalkulation

Zusätzlich zu den Angaben in der Übersichtskalkulation bitten wir Sie, im Antrag auch eine Detailkalkulation des Projekts hochzuladen. Bei Bedarf finden Sie im Service-Bereich unserer Website  Kalkulationshilfen (Excel-Tabellen) nach den oben genannten Schemata.

Wir können momentan leider ausschließlich Detailkalkulationen akzeptieren, die sich an den Schemata der FFA, des ÖFI und des FUS orientieren. Sollten Sie ein amerikanisches Kalkulationsprogramm nutzen, bitten wir Sie, auch dieses in eines der gerade genannten Schemata zu überführen.

Stellen Sie die geplanten Ausgaben in Südtirol (Territorialeffekt) bitte gesondert dar, indem Sie beispielsweise eine mehrspaltige Tabelle verwenden oder Gruppierungen von bestimmten Kostenposten bilden

Falls Sie Territorialeffekte bei anderen Förderungen zu erbringen haben, weisen Sie auch diese entsprechend aus.

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir innerhalb der Detailkalkulation – insbesondere bei größeren Posten sowie bei Posten, die als Territorialeffekt anerkannt werden sollen – keine Pauschalangaben akzeptieren können. Sie können diese Posten in einer Anlage zur Kalkulation detailliert aufführen.

Oben Gesagtes gilt beispielsweise für Reise- und Hotelkosten sowie bei den Diäten. Bitte halten Sie für die Gestaltung der Detailkalkulation in Zweifelsfällen Rücksprache mit unseren Mitarbeitern aus dem Bereich Filmförderung.


12 Kostenarten und ihre Anerkennung

Bitte berücksichtigen Sie in der Kalkulation ausschließlich projektbezogene Kosten.  Ausgaben für Anlagevermögen können wir grundsätzlich nicht anerkennen. Kosten für die Unternehmensinfrastruktur (Kopierer, Büromieten, Bürokommunikation) verstehen wir im Rahmen der so genannten Handlungskosten (max. 7,5 % der Netto-Fertigungskosten) als bereits abgedeckt.

Bitte beachten Sie in allen Fällen die Grundsätze der sparsamen Haushaltsführung.

12.1 Brutto/Netto

Bei der Kalkulation der Herstellungskosten findet die Mehrwertsteuer keine Berücksichtigung. Bitte kalkulieren Sie hier grundsätzlich netto.

12.2 Spesensätze, Kilometergeldsätze und tarifliche Bestimmungen  

Spesensätze, Kilometergeldsätze und tarifliche Bestimmungen gelten gemäß der nationalen Gesetzgebungen der jeweiligen Vertragsverhältnisse. Sollte es sich dabei um Rechtsrahmen außerhalb von Italien, Österreich oder Deutschland handeln, fügen Sie diese bitte nach Abschluss der Produktion in Ihrer Schlusskostenabrechnung (vgl. Thema Verwendungsnachweis weiter unten) in italienischer, deutscher oder englischer Sprache bei. Wir behalten uns für diese Kostenposten ausdrücklich Deckelungen vor.

12.3 Handlungskosten, Producers Fee & Überschreitungsreserven

Gemessen an den Netto-Fertigungskosten können Sie bei TV-Produktionen bis zu 6% Handlungskosten (maximal 500.000,00 €) und 7,5 % Producer’s Fee kalkulieren. Bei Kinoprojekten akzeptieren wir bis zu 7,5% Handlungskosten, eine Producer’s Fee von ebenfalls maximal 7,5% sowie eine Überschreitungsreserve von bis zu 5 %.  

Sollte Ihr Projekt von der BLS bereits in der Produktionsvorbereitung gefördert worden sein, beachten Sie hinsichtlich der Kalkulation der Handlungskosten bitte, dass die Gesamtsumme der Handlungskosten innerhalb der Produktionsvorbereitungskalkulation und der Kalkulation der Gesamtherstellungskosten 7,5 % der Gesamtherstellungskosten (Kinofilm) bzw. 6 % der Gesamtherstellungskosten (Fernsehfilm) nicht überschreiten darf.

12.4 Kostenminderungen

Bitte vergessen Sie nicht, kostenmindernde Erträge wie zum Beispiel Rabatte, Skonti, Versicherungserstattungen oder Einnahmen aus dem Verkauf von Requisiten von den Herstellungskosten in Abzug zu bringen. Dies gilt insbesondere auch für die Endabrechnung des Projekts. Dasselbe gilt für die Endabrechnung Ihres Projekts.   

12.5 Projektbezogene Finanzierungskosten

Projektbezogene Finanzierungskosten werden grundsätzlich in einer angemessenen Höhe anerkannt. Nicht anerkennen können wir Zinsen auf eigene Mittel.  

12.6 Landesspezifische Steuerberatungskosten

Ausländische Produzenten können Kosten für Italien betreffende Steuerberatung geltend machen. Gerne vermitteln wir entsprechende Partner.

12.7 Personalkosten

Personalkosten setzen Sie bitte entsprechend den arbeitsrechtlichen und tariflichen Bestimmungen sowie den Mindestlöhnen an. Für „schwierige Filme“ akzeptieren wir bei der tariflichen Entlohnung Ausnahmen.

12.8 Vorkosten

Vorkosten können wir maximal in Höhe von 2,5% der Herstellungskosten anerkennen, wobei wir uns deren Ablehnung ausdrücklich vorbehalten. Ausnahmen von dieser Regelung sind nur in besonders gelagerten und zu begründenden Fällen möglich.

12.9 Kosten für die Prüfung Ihres Verwendungsnachweises

Die Prüfung des Verwendungsnachweises (weitere Informationen zum Verwendungsnachweis finden Sie unter Punkt 18) durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft können Sie mit 3% der beantragten Fördersumme  kalkulieren, mindestens jedoch mit 500 € und maximal mit 15.000 € bei einer Fördersumme bis 500.000 €. Liegt der Förderbetrag höher, können Sie aus dem übersteigenden Förderbetrag eine zusätzliche Prüfgebühr von 1 % errechnen. Diese Kosten werden von uns als Territorialeffekt anerkannt. Eine entsprechende Rechnung über die Prüfgebühren geht Ihnen nach Abschluss der Prüfung über die von uns beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu.  

12.10 Vorsteuer-Abzug

Bitte beachten Sie, dass wir im Falle von Förderempfängern mit Unternehmenssitz in Italien gezwungen sind, bei Auszahlung jeder Förderrate 4% des Betrags als einbehaltene Vorsteuer abzuziehen. Dabei handelt es sich um eine italienspezifische Steuer, die auf Förderbeiträge erhoben wird, wenn der Förderempfänger einer Unternehmenstätigkeit nachgeht.

Förderempfänger ohne Unternehmenssitz in Italien sollten spätestens zum Zeitpunkt des Abrufs der ersten Förderrate eine Bescheinigung ihres zuständigen Finanzamts vorlegen können, aus der hervorgeht, dass für das betreffende Produktionsunternehmen keine Steuerpflicht in Italien vorliegt. Wenn uns diese Bescheinigung vorliegt, können wir den Förderbetrag ohne Abzug der Vorsteuer auszahlen.

12.11 Rückstellungen, Eigenleistungen und Beistellungen

12.11.1 Rückstellungen

Rückstellungen können wir in einer dem Projekt angemessenen Höhe akzeptieren. Bitte belegen Sie jeden Rückstellungsposten mit einer unterschriebenen Rückstellungserklärung der rückstellenden Partei.

Bitte vergessen Sie nicht, die rückgestellten Posten in Ihrer Kalkulation als solche auszuweisen und die Rückstellungen in ihrer Gesamtheit in Ihrem Finanzierungsplan als Finanzierungsbaustein darzustellen.

12.11.2 Eigenleistungen

Bitte beachten Sie hinsichtlich der Anerkennung sogenannter Eigenleistungen in Ihrer Kalkulation bitte folgendes: Wir betrachten alle Kostensätze für natürliche oder juristische Personen, die mit dem antragstellenden Unternehmen, einem Koproduzenten oder einem Gesellschafter bzw. dem Geschäftsführer eines als juristische Person auftretenden Koproduzenten identisch sind oder mit diesen in einem nahen wirtschaftlichen Verhältnis stehen, als Eigenleistungen.  

Bitte machen Sie diese Eigenleistungen in Ihrer Kalkulation deutlich kenntlich oder ergänzen Sie Ihren Antrag um ein Dokument, das die Eigenleistungen im Sinne unserer Definition auflistet und erläutert.  

Für Personalkosten unter Ihren Eigenleistungen gilt folgendes:

Handelt es sich um Personalkosten für Mitarbeiter, müssen diese marktgerecht kalkuliert werden.  

Handelt es sich um Personalkosten des Geschäftsführers bzw. eines Gesellschafters des antragstellenden Unternehmens, müssen Sie diese mit einem Preis, der 25 % unter dem Marktpreis liegt, kalkulieren. Die letztgenannten Eigenleistungen sollen inklusive der Producers Fee maximal 20 % des Gesamtbudgets betragen.

Für Sachleistungen unter den Eigenleistungen gilt:

Sachleistungen unter den Eigenleistungen bitten wir Sie mit einem Preis zu kalkulieren, der mindestens 25 % unter Marktpreis liegt. Bitte legen Sie uns in diesem Zusammenhang möglichst schon bei der Antragsstellung entsprechende Vergleichsangebote vor.  

Bitte beachten Sie für die Schlussrechnung Ihres Projekts, dass Sie Eigenleistungen grundsätzlich immer nur in der kalkulierten Höhe abrechnen können.

Die Eigenleistungen können in den Eigenanteil rückgestellt werden.

12.11.3 Beistellungen

Bitte beachten Sie, dass Sie Kostenposten innerhalb Ihrer Kalkulation, die Sie in Form von  Beistellungen finanzieren, maximal in marktüblicher Höhe kalkulieren. Wie im Falle der Eigenleistungen sollen auch die Beistellungen schon in der Kalkulation deutlich als solche erkennbar sein und dementsprechend von Ihnen ausgewiesen werden. Als Finanzierungsnachweis bitten wir Sie, dem Antrag eine Beistellungserklärung beizulegen.  

12.12 Territorialeffekte

Um Ihnen die Kalkulation des Südtiroler Territorialeffekts zu erleichtern, haben wir Ihnen im Folgenden einige Grundsätze und Regeln zusammengestellt, aus denen hervorgeht, welche Kosten wir in welchem Ausmaß wir als Territorialeffekt anerkennen können.

Wir behalten uns grundsätzlich vor, von Ihnen kalkulierte Kosten nicht als Territorialeffekt zu akzeptieren. Das kann im Falle einer positiven Förderentscheidung zur Folge haben, dass die beantragte Fördersumme nicht in voller Höhe genehmigt wird.

Über die endgültige Anerkennung von Kosten als Südtiroler Territorialeffekt wird im Rahmen  der Prüfung des Verwendungsnachweises (vgl. dazu Kapitel 18) entschieden.

Das Ziel des Territorialeffekts ist, dass Produktionsgelder auf dem Territorium verbleiben und auf diesem Wege die Volkswirtschaft im Allgemeinen und die Filmwirtschaft im Besonderen stärken. Auf dieses Ziel ist in Zweifelsfällen der Zuordnung abzustellen.

12.12.1 Allgemeine Grundsätze

Grundsätzlich können sämtliche von uns im Rahmen der Gesamtkalkulation anerkannten Kostenarten dem Territorialeffekt zugerechnet werden. Wir raten Ihnen allerdings davon ab, die Überschreitungsreserve als Territorialeffekt zu kalkulieren.

Grundsätzlich können bei allen Kosten die Sätze und Tarife kalkuliert werden, die im Herkunftsland der antragstellenden Produktionsfirma branchenüblich und steuerlich anerkannt sind.

Handelt es sich um eine Rechnung, deren Rechnungsaussteller einen Firmensitz oder eine handelsregisterlich eingetragene Niederlassung in Südtirol hat und deren Leistung in Südtirol - nach dem Zeitpunkt der offiziellen Anerkennung des Rechnunsausstellers als effektwirsamer-Dienstleister durch die BLS  – erbracht wurde, ist grundsätzlich von einem Südtiroler Territorialeffekt auszugehen. Bitte halten Sie in Zweifelsfällen bereits im Rahmen der Kalkulationserstellung, die Sie mit Ihrem Antrag bei uns vorlegen, Rücksprache mit uns.

Für die Anerkennung von Dienstleistungen aus den Segmenten Kamerabühne & Licht, Kamera, Transportmittel sowie Postproduktion hat die BLS einen spezifischen Kriterienkatalog erarbeitet, dessen Einhaltung maßgeblich dafür ist, ob eine Dienstleistung als Territorialeffekt anerkannt werden kann oder nicht. Bitte beachten Sie, dass die Anerkennung von Postproduktionsdienstleistungen ausschließlich projektbezogen und unter Voraussetzung eines individuellen und ausführlichen Gesprächs im Vorfeld der Antragseinreichung erfolgen kann. Dieses Gespräch muss unter Beteiligung der antragstellenden Produktionsfirma und des Postproduktionsdienstleisters (unter Einbindung dessen eventuell vorhandenen technischen Partners) stattfinden. Bitte halten Sie in Zweifelsfällen unbedingt frühzeitig Rücksprache mit uns.

Unterbeauftragungen
Unterbeauftragungen größeren Umfangs durch ein in Südtirol belegtes Unternehmen stellen nur dann einen Südtiroler Territorialeffekt dar, wenn nachgewiesen wird, dass die tatsächlich leistenden Personen in Südtirol ansässig sind bzw. die zugrundeliegenden Ausgaben tatsächlich in Südtirol Verwendung fanden.

Autoanmietungen
Bei Rechnungen über Autoanmietungen kommt es nicht auf den Hauptsitz des Autovermieters an, jedoch muss dieser mindestens eine Filiale in Form einer eingetragenen Niederlassung in Südtirol haben. Die Fahrzeuge müssen in Südtirol angemietet oder abgegeben werden und für den überwiegenden Gebrauch in Südtirol bestimmt sein. Die Anmietung muss in einem nachvollziehbaren Zusammenhang zu den Projektarbeiten in Südtirol stehen, z.B. bei Dreharbeiten.

Bei Anmietung eines Autos über einen „Broker“ (d.h. einen Autovermieter, der keine eigene Flotte hat, sondern seine Autos bei unterschiedlichen Unternehmen anmietet), gelten die gleichen Regeln. Zusätzlich muss bei der Schlussabrechnung folgende Dokumentation vorliegen, damit die Autoanmietung als Territorialeffekt anerkannt werden kann: 

Benzinkosten
Tankstellenbelege von Südtiroler Tankstellen sowie Benzinkarten, die mit den Stempeln von Südtiroler Tankstellen versehen sind, werden grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt. Bei Nutzung einer so genannten Multicard müssen für die Schlussabrechnung die Positionen von Südtiroler Tankstellen gekennzeichnet werden.

Kilometergeld
Kilometergeld wird dann als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt, wenn der gefahrene Wagen in Südtirol angemeldet ist bzw. der Inhaber seinen Hauptwohnsitz in Südtirol hat. Für die Berechnung des Kilometergeldes gelten die aktuell gültigen Tabellen und Informationen für den steuerlichen Berater.

Autobahngebühr
Als Südtiroler Territorialeffekt werden nur Belege anerkannt, die sowohl die Einfahrt aus auch die Ausfahrt innerhalb Südtirols dokumentieren.

Hotelrechnungen
Hotelrechnungen können nur dann als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt werden, wenn die Rechnungen von einem in Südtirol gelegenen Hotel ausgestellt wurde. Bei Hotelbuchungen über ein Reisebüro ist auf den Standort des Hotels und nicht den des Reisebüros abzustellen.

Tagegelder und Catering
Für die Drehtage in Südtirol werden Tagegelder unabhängig vom Erstwohnsitz des einzelnen Projektmitarbeiters als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt. Für die Berechnung der Sätze gelten jeweils die im Herkunftsland der geförderten Produktionsfirma steuerlich anerkannten Maßgaben.

Catering- und Restaurantkosten sind entsprechend den üblichen und steuerlich anerkannten Praktiken von eventuellen Tagegeldern in Abzug zu bringen.  

Tagegelder an in Südtirol ansässige Mitarbeiter werden auch dann als Südtirol-Effekt anerkannt, auch wenn außerhalb von Südtirol gedreht wurde.  

Personalkosten
Personalkosten werden grundsätzlich dann als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt, wenn die beschäftige Person ihren Erstwohnsitz in Südtirol hat. Personalkosten von in Südtirol geborenen, aber nicht dort gemeldeten Personen, werden bis auf weiteres ebenfalls als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt, wenn es sich um freiberuflich tätige Filmschaffende handelt. Personalkosten von festangestellten in Südtirol geborenen, aber nicht dort gemeldeten Personen, können wir nicht als Territorialeffekt anerkennen. Analog gilt dies für Produzentengagen von Südtiroler Produzenten, deren Unternehmen keinen Unternehmenssitz in Südtirol hat.

Personalkosten für Studenten und Absolventen der Filmschule Zelig sowie von Absolventen des Lehrgangs MOV(I)E IT!
Personalkosten für aktuell eingeschriebene Studenten der Bozner Filmschule Zelig werden grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt. 
Personalkosten für Absolventen der Zelig werden ab Ausbildungszyklus 2007 - 2010 grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt.
Absolventen des Lehrgangs MOV(I)E IT! werden grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt.

Versicherungskosten
Kosten für Versicherungen werden nur dann als Südtirol-Effekt anerkannt, wenn das Versicherungsunternehmen in Südtirol ansässig ist. Bei Abschlüssen über Makler/Agenturen muss deren Sitz ebenfalls in Südtirol liegen.

Finanzierungskosten
Finanzierungskosten werden nur dann als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt, wenn das kontoführende Kreditinstitut seinen Sitz in Südtirol hat.

Kosten für die Prüfung des Verwendungsnachweises
Die Kosten für die Prüfung des Verwendungsnachweises werden grundsätzlich als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt.

Hinweis zur Kennzeichnung von Territorialeffekten in Ihrer Stab- und Besetzungsliste
Bitte legen Sie schon Ihrem Förderantrag eine professionelle, übersichtliche und zum Zeitpunkt des Antrags aktuelle Stab- und Besetzungsliste sowie eine Liste der großen, in die Produktion involvierten Dienstleister bei.

Bei den Leistungen, die als Südtiroler Territorialeffekt anerkannt werden sollen, muss für einen außenstehenden Projektbegutachter auf den ersten Blick erkennbar sein, dass und warum diese Leistung als Effekt anerkannt werden soll. Beides können Sie unter anderem durch eine farbliche Kennzeichnung der Position und die Angabe des Firmensitzes bzw. des Erstwohnsitzes erreichen.

Sollte zum Antragszeitpunkt nur feststehen, dass eine Position als Südtirol-Effekt anerkannt werden soll, jedoch noch nicht klar ist, mit wem sie besetzt wird, ist es selbstverständlich ausreichend, dass sie die Position abstrakt benennen bzw. kennzeichnen.


13 Eigenanteil

Unser Modell sieht vor, dass der Produzent selbst einen angemessenen Anteil zur Finanzierung erbringt. Dies kann in Form von Verleih- und Vertriebsgarantien, Fernsehlizenzverkäufen, Kofinanzierungsmitteln, Eigenleistungen sowie durch Eigenmittel geschehen. Filmfördermittel, mit Ausnahme von Preisgeldern und sogenannten Referenzmitteln, können wir nicht auf den Eigenanteil anrechnen. Die Eigenmittel sollen mindestens 5% der kalkulierten Herstellungskosten betragen, bei Koproduktionen bezogen auf den von der jeweiligen Seite zu finanzierenden Koproduktionsanteil. Bei TV-Koproduktionen gelten die Gesamtherstellungskosten abzüglich des Koproduktionsanteils (nicht des Lizenzanteils) des TV-Senders als Grundlage für die Errechnung der Eigenmittel. Letztere werden in Form von Barmitteln aus dem Vermögen des Antragstellers sowie Fremdmitteln akzeptiert. Fremdmittel sind unbedingt rückzahlbaren Darlehen Dritter (z.B. Bankdarlehen). Bitte legen Sie Ihrem Antrag zum Nachweis der vorhandenen Eigenmittel entsprechende Bankbestätigungen bei. In Ausnahmefällen kann auf schriftlichen Antrag eine Herabsetzung des Eigenanteils oder die Kalkulation von Rückstellungen, die den Eigenanteil ganz oder teilweise ersetzen, gewährt werden.


14 Koproduktionen

Bitte beachten Sie im Falle einer Koproduktion in Ihrem Finanzierungsplan die für internationale Koproduktionen geltenden bi- und multilateralen Abkommen.


15 Kalkulationen und Finanzierungsplan als Bestandteil der Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE)

Die finale Kalkulation des Produktionsbudgets, der damit verbundene Territorialeffekt, die Drehtage in Südtirol sowie der finale Finanzierungsplan werden im Fall einer Bewilligung des Förderantrags sowie einer anschließend positiv abgeschlossenen wirtschaftlichen und juristischen Prüfung der finalen Projektunterlagen wesentlicher Bestandteil der sogenannten Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE; vgl. dazu auch die Informationen in Kapitel 8.1. dieses Dokuments). Die EVE hat den Charakter der finalen und rechtlich verbindlichen Förderzusage und ist mit dem anderenorts üblichen Fördervertrag vergleichbar. . Nach Ausstellung der EVE sind Umverteilungen innerhalb der Kalkulation möglich, solange der vereinbarte Territorialeffekt dadurch nicht reduziert wird und sie von Ihnen im Rahmen des Verwendungsnachweises nachvollziehbar begründet werden. Bitte teilen Sie uns eventuelle Veränderungen an dem der EVE zugrundeliegenden Finanzierungsplan bzw. an der Höhe des Produktionsbudgets umgehend mit. Beides muss unbedingt von der BLS genehmigt werden, da die EVE sonst Ihre Gültigkeit verliert.


16 Auszahlung der Fördermittel

Die Auszahlung des Beitrags führen wir in vier Teilbeträgen durch. Bitte beachten Sie, dass die Auszahlungen nie automatisch erfolgen, sondern von Ihnen innerhalb bestimmter Fristen sowie begleitet von spezifischen Dokumenten mittels eines sogenannten Abrufformulars bei uns angefordert werden müssen. Die Auszahlung des ersten Teilbetrages von 25% erfolgt bei Schließung der Finanzierung und Vorlage entsprechender Dokumente. Den zweiten Teilbetrag von 30% zahlen wir bei Beginn der Dreharbeiten und Vorlage entsprechender Dokumente. Den dritten Teilbetrag von 25% gewähren wir bei Abnahme des Rohschnitts. Den vierten Teilbetrag von 20% erfolgt nach positiver Prüfung des Verwendungsnachweises.
Allgemeine Informationen bezüglich der Auszahlungsvoraussetzungen finden Sie nachfolgendend. Alle projektspezifischen Informationen erhalten Sie von uns nach einer positiven Förderentscheidung rechtzeitig auf schriftlichem Wege.


17 Teilbeträge, Fristen und Verpflichtungen

Bitte beachten Sie, dass folgende Angaben ausschließlich Ihrer Information dienen. Juristisch bindende Informationen enthält im Falle einer positiven Förderentscheidung die Einseitige Verpflichtungserklärung (EVE). Die folgenden Angaben spezifizieren Art.7 Abs.1 der Anwendungsrichtlinien.

17.1  Teilbetrag 1 als Vorschuss

Den ersten Teilbetrag als Vorschuss von 25% können wir auszahlen, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

Bitte legen Sie uns die entsprechenden Dokumente spätestens 12 Monate nach ab Datum der Förderzusage vor.

17.2 Teilbetrag 2 als Vorschuss

Den zweiten Vorschuss von 30% können wir bei Drehbeginn und bei Vorlage folgender Dokumente auszahlen:

Bitte gewährleisten Sie, dass die Dokumente spätestens 18 Monate ab Datum der Förderzusage eingereicht werden.  

17.3 Teilbetrag 3 als Vorschuss

Den dritten Vorschuss von 25% können wir auszahlen, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

Diese Frist setzen wir für jedes Projekt individuell.

17.4 Finaler Teilbetrag

Den finalen Teilbetrag von 20% der Fördersumme können wir bei Vorlage folgender Unterlagen und nach anschließender positiv ausgefallener Prüfung Ihres Verwendungsnachweises auszahlen:

Bitte reichen Sie Ihren Verwendungsnachweis spätestens zwölf Monate nach Projektabschluss ein. Ein Projekt gilt dann als abgeschlossen, wenn die Erstauswertung beginnt. Bei TV-Projekten ist das der Fall, wenn das Projekt erstmals ausgestrahlt wurde, bei Kinoprojekten gilt der Kinostart bzw. die Festivalpremiere.


18 Verwendungsnachweis

Vor Auszahlung der letzten Förderrate und spätestens zwölf Monate nach Beginn der Erstauswertung Ihres Projekts müssen Sie uns einen Abschlussbericht sowie einen Verwendungsnachweis der Mittel vorlegen. Mit Auszahlung des 3. Teilbetrags erhalten Sie von uns eine Erinnerungsemail, die noch einmal alle wesentlichen Informationen zusammenfasst, die Sie zur Erstellung des Verwendungsnachweises benötigen. Die durch uns beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Baker Tilly Revisa GmbH, wird den Nachweis überprüfen. Demensprechend werden Sie in unserer Email dazu aufgefordert, alle Unterlagen, die zur Prüfung des Verwendungsnachweises notwendig sind, direkt der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zukommen zu lassen. Sobald die Prüfung ihres Projekts ohne Beanstandungen erfolgt ist und wir von der Baker Tilly Revisa die entsprechende Mitteilung erhalten haben, können Sie bei uns den finalen Teilbetrag Ihrer Fördersumme abrufen.

18.1 Details zu Verwendungsnachweis und Abschlussbericht

Für die Schlussprüfung der geförderten Projekte hat die BLS die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baker Tilly Revisa GmbH beauftragt, die für die Prüfung folgende Dokumente von Ihnen benötigt:

18.2 Weitere Informationen

Bitte beachten Sie hinsichtlich des Verwendungsnachweises außerdem folgende Informationen:

18.2.1 Ordentliche Rechnung

Es können nur die Aufwendungen anerkannt werden, für die eine kaufmännisch ordentliche Rechnung vorliegt, die auf den Förderempfänger ausgestellt ist und für die ein tatsächlicher Mittelfluss nachgewiesen werden kann. Einzelbelege müssen eindeutig dem Projekt zugeordnet werden können.

18.2.2 Aufbau und Inhalt des Verwendungsnachweises

Bitte gliedern Sie den Verwendungsnachweis genauso wie den finalen Finanzierungsplan und die finale Kalkulation, indem sie die kalkulierten und die tatsächlichen Kosten gegenüberstellen.

Wir bitten Sie, die Originalbelege und -verträge zur Einsicht bereitzuhalten. Auf Wunsch sollten Sie uns Kopien hiervon vorlegen.

Bitte sorgen Sie dafür, dass der Verwendungsnachweis und die entsprechende Rechnungslegung in branchenüblicher, vor allem durch die Fernsehsender anerkannter, kaufmännisch geordneter und aussagefähiger Form in absoluter Transparenz erfolgen. Wir legen Wert darauf, dass Sie dabei jederzeit die Grundsätze sparsamer Haushaltsführung beachten. BLS bzw. die von ihr beauftragten Dritten haben diesbezüglich ein Bucheinsichtsrecht in alle Unterlagen der geförderten Produktion, das sie jederzeit ausüben dürfen.

Im Zusammenhang mit der Rechnungslegung können wir die Übergabe von erläuternden schriftlichen Materialien, die Anfertigung entsprechender rechnerischer Aufstellungen sowie weitere schriftliche Nachweise verlangen.  

Grundsätzlich können wir nur Aufwendungen anerkennen, die in der Produktionsphase tatsächlich zur Zahlung fällig geworden sind.

18.3 Abweichungen vom vereinbarten Territorialeffekt und den vereinbarten Drehtagen in Südtirol

Bitte berücksichtigen Sie, dass wir Abweichungen von dem in der Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE) festgelegten Territorialeffekt bzw. von den dort festgelegten Drehtagen in Südtirol nur in absoluten Ausnahmefällen akzeptieren können. Anerkennen können wir einen geringeren Territorialeffekt sowie eine verringerte Anzahl an Drehtagen in Südtirol in der Regel nur, wenn dies für Ihr Projekt technisch unabdingbar war oder dadurch ein unverhältnismäßig hoher Aufwand vermieden werden konnte.

Grundsätzlich müssen wir bei einer Unterschreitung des Territorialeffekts bzw. der Drehtage in Südtirol leider die bewilligten Mittel reduzieren bzw. können Teile der finalen Förderrate nicht auszahlen.

18.4 Unter- bzw. Überschreitung der kalkulierten Gesamtherstellungskosten

Sollten Sie die kalkulierten, der Einseitigen Verpflichtungserklärung (EVE) zugrundeliegenden Gesamtherstellungskosten des Projekts unterschreiten, sind wir leider gezwungen, den Förderbeitrag der Unterschreitung entsprechend prozentual zu kürzen. Dies hat zur Folge, dass die finale Rate der Produktionsförderung nicht zur Gänze ausgezahlt werden kann.  

Wenn die Schlussprüfung des Projekts zum Ergebnis hat, dass sowohl der Territorialeffekt als auch die Gesamtherstellungskosten nicht wie kalkuliert erreicht wurden, kürzen wir den Förderbeitrag in der Regel entsprechend der prozentual höheren Unterschreitung.

Im Falle einer Überschreitung der Gesamtherstellungskosten können wir die Fördersumme leider nicht nachträglich erhöhen.

18.5 Abweichungen von den vereinbarten Ausbildungstagen

Wir bitten Sie, die vereinbarten Ausbildungstage grundsätzlich einzuhalten. Da wir mit unserer Förderung das Ziel verfolgen, eine nachhaltige Infrastruktur in Südtirol aufzubauen, ist uns die Ausbildung und Weiterbildung von lokalen Arbeitskräften besonders wichtig. Versäumte Manntage können zu einer Reduktion unseres Förderbeitrags führen.


19 Sonstige Informationen

Ihr Projekt sollte in der Regel maximal 24 Monate nach Ausstellung des Dekrets in einem EU-Land veröffentlicht werden.

Termine von TV-Ausstrahlung bzw. Kinostart/Festivalpremiere Ihres Projekts kündigen Sie uns bitte spätestens eine Woche vorher an.

Bitte beachten Sie die Nennungsverpflichtungen aus Artikel 10 der Förderrichtlinien und nennen Sie BLS branchenüblich in Vor- und/oder Abspann Ihrer Produktion sowie immer dann, wenn Förder- und Finanzierungspartner des geförderten Projekts genannt werden. Bitte nutzen Sie dazu in der Regel unser Logo, das Ihnen unter www.bls.info zum Download bereitsteht.


20 Rechtliche Hinweise

Die Zahl der geförderten Projekte ist nicht abhängig von der Jahresmittelverfügbarkeit der Südtiroler Filmförderung. Es besteht also kein Anspruch auf eventuell noch vorhandene Mittel der Filmförderung zum Jahresende.  

Die BLS behält sich grundsätzlich vor, Antragssummen nicht in voller Höhe zu genehmigen.

Eingereichte Projekte können auch in nachfolgenden Einreichperioden genehmigt werden.

Da es sich bei der Förderentscheidung um einen Verwaltungsakt handelt, können Sie gegen diese fristgerecht rechtliche Schritte einleiten. Über die Fristen werden Sie in den Zu- und Absageschreiben aufgeklärt.

20.1 Falschangaben des Antragstellers

Falschaussagen oder Unterschlagung der geforderten Informationen, führen zur Nichtberücksichtigung des Antrags bzw. im Falle einer bereits gewährten Förderung, zum sofortigen Widerruf derselben und einer Rückzahlungsverpflichtung des Antragstellers.
Es können Stichproben durchgeführt werden.

20.2 Insolvenz oder Projektabbruch

Ein wie auch immer begründeter Projektabbruch hat die Haftung des oder der verantwortlichen Produzenten für den Zuschuss der Südtiroler Filmförderung zur Folge. BLS kann die gesamte Fördersumme oder eine zum angekündigten Fördereffekt in Relation stehende Höhe zurückverlangen.

20.3 Haftung für den Zuschuss

Die Haftung für den Zuschuss übernimmt grundsätzlich der Geförderte. Wir behalten uns das Recht vor, im Falle einer Koproduktion auf eine Mithaftung weiterer risikobeteiligter Produzenten zu bestehen.

20.4 Ausschluss des Rechtsanspruches auf Förderung

Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht ausdrücklich nicht.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Merkblatt weiterhelfen zu können. Für Rückmeldungen bezüglich der Qualität und der Verständlichkeit der getroffenen Aussagen sind wir grundsätzlich dankbar. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Projekt viel Erfolg!