Tax Credit & Tax Shelter

Seit 2008 existiert in Italien ein kombinierter Steuererstattungs- und Steuerbefreiungsanspruch (Tax  Credit & Tax Shelter) für Filmproduktionsfirmen (sogenannter interner Tax Credit)  und Unternehmen aus anderen Branchen, die in konkrete Filmprojekte investieren (sogenannter externer Tax Credit).. Der Tax Credit ist auch für Produzenten interessant, die nicht über einen Unternehmenssitz oder eine Niederlassung in Italien verfügen, die keinen Film mit einem italienischen Ursprungszeugnis herstellen und die keine Koproduktion mit Italien eingehen möchten.

Für die Inanspruchnahme des internen Tax Credits muss die ausländische Produktionsfirma mit einem Executive Producer kooperieren, der in Italien ein steuerpflichtiges Filmproduktionsunternehmen führt und  in der Zusammenarbeit mit dem ausländischen Produzenten für die Administration der in Italien anfallenden Herstellungskosten verantwortlich ist. . Das Unternehmen des Executive Producers hat  auf Antrag Anspruch auf eine Steuererstattung in Höhe von 25% der im Rahmen der Projektherstellung entstehenden anerkannten italienischen Herstellungskosten. Diese Herstellungskosten dürfen dabei maximal 60 % der Gesamtherstellungskosten des Projekts ausmachen. Hierbei sind auch im EU-Ausland verausgabte Kosten anrechnungsfähig, wenn diese nicht mehr als 30 % der Gesamtherstellungskosten betragen und über den italienischen Executive Producer abgewickelt werden.

Auf welche Art und Weise die dem italienischem Executive Producer zugesprochene Steuererstattung als Finanzierungsbestandteil in das Projekt miteinfließen kann, ist Gegenstand individueller Verhandlungen zwischen der ausländischen Produktionsfirma und dem italienischen Executive Producer.. Hier sind unterschiedliche Modelle denkbar, die stark von der Unternehmensgröße des italienischen Executive Producers abhängen.

So ist es im Rahmen einer Zusammenarbeit mit einem größeren italienischen Partner durchaus denkbar, dass die Steuerersparnis in Form von Bargeld in die Finanzierung des Projekts miteinfließt. Der Tax Credit kann dann vom italienischen Produzenten unabhängig vom konkreten Filmprojekt gegen Steuerschulden im eigenen Unternehmen gegengerechnet werden.  

Im Rahmen einer Zusammenarbeit eines ausländischen Filmproduzenten mit einem kleineren italienischen Partner reift der Tax Credit in der Regel im Rahmen der individuellen Projektherstellung an und wird laufend gegen die italienischen Produktionskosten gegengerechnet, die im Vorfeld oder sukzessive vom ausländischen Filmproduktionsunternehmen begleichen werden, allerdings abzüglich der anfallenden Steuern und Lohnnebenkosten sowie abzüglich des Tax Credits in Höhe von 25 % des jeweiligen Kostenpostens.

 

Bitte beachten Sie grundsätzlich folgendes:

  • Selbstverständlich verlangt der italienische Executive Producer für die Bereitstellung der Finanzierung sowie für die eventuelle Administration der italienischen Herstellungskosten eine Abwicklungsgebühr, die Gegenstand individueller Verhandlungen ist.
  • Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Kontakt zu möglichen italienischen Partnern so frühzeitig wie möglich zu suchen. Erstens können so die detaillierten Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit rechtzeitig definiert werden. Zweitens können durch eine frühzeitig angebahnte Zusammenarbeit möglicherweise schon in einem sehr frühen Produktionsvorbereitungsstadium entstehende Kosten in Italien anerkannt werden und sich somit positiv auf die Höhe des Tax Credits auswirken. Drittens wird durch eine frühzeitige Kontaktaufnahme sichergestellt, dass die Zeiten, die der italienischen Executive Producer zur Beantragung des Tax Credits benötigt, eingehalten werden können.
  • Erfahrungsgemäß ist der Tax Credit tendenziell für Projekte interessant, die in Italien anerkannte Herstellungskosten von mindestens 100.000 Euro generieren.

Der interne  Tax Credit ist auf 5 Mio. Euro pro Jahr und pro italienischem Produktionsunternehmen beschränkt sowie den in der EU üblichen Kappungsgrenzen für Staatsbeihilfen innerhalb eines Filmprojekts unterworfen. Im Finanzierungsplan wird er damit Bestandteil der Förderquote. Zudem muss jedes Projekt, dessen Produzenten oder Investoren von den Steuererleichterungen profitieren wollen, einen sogenannten „kulturellen Test“ bestehen. Dieser Prozess überprüft, ob die EU-Voraussetzungen für die Gewährung von Staatsbeihilfen eingehalten wurden.

Selbstverständlich kann der Tax Credit auch bei einer rein italienischen Produktion oder einer Koproduktion mit Italien beantragt werden.

Im Branchenverzeichnis der BLS finden Sie unter dem Stichwort „Tax Credit“ Unternehmen, die als italienischen Executive Producer den Tax Credit in Anspruch nehmen und in Ihr Projekt einfließen lassen können. Alle genannten Unternehmen verfügen bereits über Referenzen und bieten ihre Leistungen selbstverständlich insbesondere auch in deutscher, aber auch in englischer Sprache an.

Für weitere Fragen steht das Team der BLS gerne zur Verfügung. Interessant könnte außerdem das entsprechende Online-Informationsangebot des italienischen Produzentenverbands ANICA sein.

 
 
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