Die Knappen vom Schneeberg

Der Bergmann im schwarzen Gewande so schlicht,
geht still durch das Leben, man acht´ seiner nicht.
Tief drunt in der Grube, da kämpft er mit Not,
verdient sich wohl oft kaum sein tägliches Brot.
Doch blickt er zufrieden zum Himmel hinauf
und ruft aus der Grube sein fröhlich “Glück auf!”

Strophe 1 des Schneeberger Bergmannliedes

Etwa 20 km südöstlich des Timmelsjoch trennt ein Bergkamm das Ridnauntal vom Passeiertal. Der Scheeberg schreibt ab dem 13. Jahrhundert eine einmalige Geschichte, von der bis heute viele Kapitel sprichwörtlich im Dunklen bleiben. Denn der Schneeberg ist Europas höchstgelegenes Bergwerk (2.000 bis 2.500m üdM), das zu seiner Blütezeit um 1500 bis zu 1.000 Knappen beschäftigt und aufgrund seiner Lage die Bezeichnung Bergwerk gleich im doppelten Sinne verdient.

 In unvorstellbar schwerer und aufreibender Arbeit treiben die Bergleute ihre Arbeit und damit die Stollen voran. Aufgrund des harten Gesteins gelang es einem Knappen pro Tag im Durchschnitt den Stollen bei einem Profil von 170 x 45 cm um einen halben Zentimeter zu vergrößern. Der Carl-Stollen beispielsweise entsteht im 17. Jahrhundert und die Knappen benötigen sage und schreibe 90 Jahre zu seiner Fertigstellung.

 Das Zentrum des Schneeberger Bergwerks liegt auf 2354 Meter über dem Meer. Die Bergbausieldlung St. Martin dient heute als Zentrum des Museumsbereichs Schneeberg, doch zuvor ist sie fast 500 Jahre lang Heimstadt der Bergleute, die dort ganzjährig unter zum Teil extremen Wetterbedingungen und Temperaturen von bis zu -30°C nach Blei, Silber und vor allem Zinkblende schürfen. Am Morgen des 16. Juni 1967 brennt die obere Knappenkaue von St. Martin inklusive Hauptküche, Speisesaal und Kompressorraum bis auf die Steinmauern ab. Die genauen Umstände des Feuers können nie geklärt werden. 1985 wird das höchste Bergwerk Europas stillgelegt. Doch seine Geschichte lebt weiter.

 
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