Die Sage um König Laurin

Die Sage entführt uns in vergangene Zeiten. Mittelalter trifft auf Mittelerde. Laurin, so erzählt die Legende, herrscht über ein emsiges Zwergenvolk. Tief im Inneren der Dolomiten suchen und schürfen sie Kristalle, Silber und Gold. Doch nicht nur Schätze, auch Zauber aus alten Welten kommen so zu Tage. Ein Gürtel, der seinem Träger die Kraft von zwölf Männern verleiht, und eine Tarnkappe, die ihren Träger unsichtbar macht.

Schon bald gewährt das Schicksal unserem kleinen König die Chance, beides einzusetzen. Similde, die schöne Tochter des Königs an der Etsch, soll verheiratet werden. Ihr Vater lädt alle Freier an seinen Hof, nur Laurin erhält keine Nachricht. Beleidigt und gekränkt beschließt er, als unsichtbarer Gast am Fest teilzunehmen. Der Anblick der schönen Königstochter bannt ihn augenblicklich und er entführt sie in sein Felsenreich am Rosengarten.

Dietrich von Bern, ein ehrbarer Langobardenfürst und weitere mutige Recken erahnen, was geschehen ist. Sie folgen Laurin und stellen ihn. Trotz seines Wundergürtels droht dem Zwerg die Niederlage. Da nutzt er die Tarnkappe, flieht in Richtung Rosengarten - und damit in sein Verhängnis. Denn obwohl unsichtbar, berührt er auf der Flucht doch viele der herrlichen Rosen. Die Edelmänner ergreifen ihn und zerstören seine Zaubermittel. Außer sich vor Wut verflucht der Zwergenkönig die schönen Dornenblumen. Kein Menschenauge soll den Rosengarten jemals wieder sehen können, weder bei Tage noch in der Nacht. Die Dämmerung jedoch vergisst der kleine Herrscher. Und seit diesem Tage erblüht der Rosengarten bei jedem Sonnenuntergang in seiner ganzen Pracht.

 
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