Melancholia

Wenn eine 21-jährige ihren ersten Roman veröffentlich, den sie noch dazu größtenteils vier Jahre zuvor verfasst hat, stehen die Kritiker in den Startlöchern. Galvagnis Debüt wird mit dem Rauriser Literaturpreis ausgezeichnet, sie selbst als Wunderkind der deutschsprachigen Literatur gefeiert. Heute hat sie sich vom literarischen Schaffen zurückgezogen. Sie lebt und arbeitet als Ärztin in Paris.

 „Melancholia“  erzählt die durchaus mit biografischen Einschlüssen durchzogene Geschichte eines Mädchens, das seinen Platz in dieser Welt sucht. Der Vater krank, das Verhältnis zur Mutter gespannt, bewegt sich die Protagonisten Bettina in einer Atmosphäre aus Krankheit, Leid, Literatur, Verzweiflung und Erinnerung.

 Der Leser wird hineingezogen in das Leben einer psychisch labilen Gymnasiastin, die an Magersucht leidet. Über die Beschäftigung mit der Krankheit und den Krieg mit dem eigenen Körper zieht sich Bettina völlig aus dem Alltag zurück. Nur selten dringen Eltern, Ärzte, Schulfreundinnen oder Lehrer in ihre Lebensblase vor. Bemerkenswert erscheint dabei Bettinas Wissen um menschliche Abgründe, um seelische Zusammenhänge, die man eigentlich von einem deutlich reiferen Menschen erwarten würde.

Quelle
Titel: Melancholia
Autor: Bettina Galvagni
Erscheinungsjahr: 1997
Verlag: Residenz
ISBN-Nr.: 978-3701710683

 
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