Drehen in Schutzgebieten

Einige Flächen Südtirols stehen unter Naturschutz und gehören so genannten Schutzgebieten an. Dazu zählen die Schutzkategorien Nationalpark, Naturpark, Biotop/Naturdenkmal und Landschaftsschutzgebiet. Diese sollen die einzigartige und wertvolle Natur- und Kulturlandschaft erhalten. Filmaufnahmen sind in diese Gebieten unter besonderen Voraussetzungen möglich, die immer den Kriterien des Naturschutzes entsprechen. Als Filmstandort ist es uns ein Anliegen, dass diese Kriterien von hiesigen und ausländischen Filmproduktionen berücksichtigt werden.

Prinzipiell muss das zuständige Amt des Schutzgebietes über die Dreharbeiten im Vorfeld informiert werden (Details zu Genehmigungen die Hubschrauberflüge oder Produktionsfahrzeuge/das Befahren von Forststraßen in den Gebieten betreffen, finden Sie weiter unten). Bitte richten Sie die Mitteilung mit einigen Informationen über das Filmprojekt sowie einer Angabe der Drehorte und des Drehzeitraums an die Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Provinz Bozen.

Autonome Provinz Bozen – Südtirol
28. Natur, Landschaft und Raumentwicklung
Landhaus 11, Rittner Straße 4
IT - 39100 Bozen
Tel. + 39 0471 417800
natur.raum@provinz.bz.it


Bei Fragen können Sie sich natürlich auch mit uns in Verbindung setzen.

Fahrermächtigungen:
Beim Dreh in einem Schutzgebiet muss für das Befahren von Forststraßen innerhalb des Gebiets mindestens fünf Arbeitstage vor Drehbeginn für eine Genehmigung beim zuständigen Amt angesucht werden. Nur mit dieser Genehmigung können die Forstwege mit Fahrzeugen befahren werden. Die Anfrage für die Genehmigung muss folgende Details beinhalten:

  • Anzahl und Typ der Fahrzeuge
  • Zeitraum/Datum
  • Angabe welche Forststraßen befahren werden müssen
  • Angabe Nummernschilder der Fahrzeuge (falls bekannt)
  • Angaben zum Filmprojekt und der Produktionsfirma

Dem Ansuchen müssen zwei Stempelmarken zu 16 Euro beigelegt werden (nicht lokalen Produktionen empfiehlt es sich, eine lokale Person zu beauftragen um die Genehmigung inkl. Stempelmarken einzuholen).

Das Ansuchen für das Befahren von Forststraßen innerhalb der Schutzgebiete ist zu richten an: Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung der Provinz Bozen natur.raum@provinz.bz.it und/oder per Post (Adresse siehe oben).

Für Forststraßen in anderen Gebieten auf Landesebene:
Amt für Forstverwaltung, Landaus 6, Brennerstraße 6, 39100 Bozen, forstverwaltung@provinz.bz.it,

Das Befahren von Bereichen außerhalb der Forstwege ist nicht erlaubt. Die zuständigen Ämter behalten es sich vor, je nach Anfrage bzw. Art der Produktion die Fahrermächtigung (die einer Sonderermächtigung entspricht) zu erteilen.

Flugtätigkeit:
Hubschrauberflüge für Filmaufnahmen und Produktionen und das Landen sind innerhalb der Schutzgebiete erlaubt, wenn diese in Kooperation oder mit Unterstützung der Autonomen Provinz Bozen durchgeführt werden. Hier bedarf es einer Benachrichtigung an die zuständigen Ämter, die mindestens 24 Stunden vor dem Flug erfolgen muss. In der Benachrichtigung muss das Datum und der Zeitraum des Fluges, sowie den Zweck und eine Angabe des betroffenen Gebietes (Abschnitts) angegeben werden. Auch das Flugunternehmen sollte genannt werden, falls die Produktionsfirma direkt die Benachrichtigung an das Amt schickt.

Die entsprechende Meldung dieser Flüge muss an die Landesabteilung Mobilität, dem gebietsmäßig zuständigen Forstinspektorat sowie der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung übermittelt werden.

Kontakte:

Für Flüge im Nationalpark Stilfser Joch gilt ein generelles Flugverbot. Flüge können hier nur mit einer Sondergenehmigung in Einzelfällen genehmigt werden. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich direkt an die BLS.

Folgende Regeln und Schutzgebietsbestimmungen sind beim Dreh zu beachten:

Allgemeine Verbote bzw. spezifische Regelungen

  • Motorfahrzeugverkehr
    • Bei Produktionsfahrzeugen können Ausnahmen gemacht werden, es bedarf aber eine Ermächtigung des zuständigen Amtes (siehe oben)
  • Errichten von Strukturen und Gebäuden (Bauverbot)
    • Beim Set-Bau muss hier geprüft werden, was mit welchen Materialien und Aufwand gebaut werden würde. Prinzipiell darf durch den Set-Bau aber nicht in die Natur eingegriffen bzw. diese verändert werden
  • Lagern mit Zelten, Wohnwagen und dergleichen
    • Für Filmproduktionen gilt hier, dass das „Base Camp“ außerhalb des Schutzgebietes liegen soll
  • Feuer anzünden, Explosionen oder Feuerwerke durchführen
    • Auch bei Filmfeuern muss hier nach Fall entschieden werden, ob diese erlaubt werden können
  • Durchführung von Geländeveränderungen
  • Beeinträchtigung der Ruhe durch lästige und unnötige Geräusche
  • Sammeln/stören/zerstören von Pflanzen, Tieren, Pilzen, Fossilien und Mineralien

Anfragen werden kritisch vom zuständigen Amt bewertet, wenn:

  • für Wildtiere sensible Zeiträume (tages- und jahreszeitlich) betroffen sind
  • hochalpine und seltene Lebensräume sowie unerschlossene Gebiete betroffen sind
  • Zonen mit sehr hohem Besucheraufkommen (während der Hauptsaison) betroffen sind
  • der Inhalt im Widerspruch zu den Zielen und Bestimmungen des Schutzgebiets steht

In diesem PDF finden Sie eine Auflistung der Naturparks in Südtirol.

 
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