Drehen mit Drohnen

Seit März 2014 gibt es in Italien eine neue Gesetzeslage was das Drehen mit Drohnen, so genannten unbemannten Luftfahrzeugsystemen, betrifft.

Um die zu erfüllenden Einsatzvoraussetzungen sowie die verschiedenen Zugangsmodalitäten zum Luftraum zu bestimmen, unterteilt die Verordnung unbemannte Luftfahrzeugsysteme in zwei Gewichtsklassen:

  • unter 25 kg 
  • von oder über 25 kg

Unbemannte Luftfahrzeugsysteme mit einer maximalen Startmasse unter 25 kg

Hinsichtlich der Flugzeuge der unteren Klasse, die für nicht kritische Flugoperationen eingesetzt werden, wurde der Begriff der „Selbstbescheinigung“ eingeführt. Sprich, für solche Operationen wird die Verantwortung dem Betreiber überlassen, der die kritischen Aspekte und die Eignung des Flugsystems einschätzt. So muss hier beispielsweise ausgeschlossen werden, dass es zu Schäden an Dritten kommen kann.

Dennoch bedarf es einer Zertifizierung der Drohne von Seiten der ENAC (Ente Nazionale dell'Aviazione Civile). Diese kann einmalig eingeholt werden und gilt dann für alle nicht kritischen Flüge. Da diese einmalige Zertifizierung einige Zeit in Anspruch nimmt, sollte der Drohnenabieter so früh wie möglich an die ENAC Rom (Kontaktdaten siehe unten) herantreten.

Für die Zertifizierung sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Konformitätserklärung die das Luftfahrzeugsystem und seiner Charakteristiken sowie der Merkmale, die die Sicherheit des Systems gewährleitesten beschreibt
  • Beschreibung des Einsatzes der Drohne
  • Einschätzung des Risikos über den Einsatz der Drohne
  • Handbuch der Drohne

Als kritisch eingestufte Operationen müssen von der italienischen Luftfahrtbehörde ENAC genehmigt werden. Als kritisch gelten beispielsweise Flüge über bewohnte oder bebaute Gebiete, sowie stark befahrene Gebiete, Bahnhöfe, industrielle Infrastrukturen, Menschengruppen, Dörfer oder Straßen - was bei Dreharbeiten häufig zutrifft. Hier muss also für jeden Einsatz der Drohne über als kritisch eingestufte Gebiete/Zonen eine Genehmigung von Seiten der ENAC eingeholt werden.

Unbemannte Luftfahrzeugsysteme mit einer maximalen Startmasse von oder über 25 kg

Bei unbemannten Luftfahrzeugsystemen mit einem Gewicht über 25 kg sind eine Flugzeugsbescheinigung sowie eine Genehmigung des Luftfahrzeugbetreibers von Seiten der ENAC immer notwendig, unabhängig davon, ob die Flugoperation kritisch ist oder nicht. Für diese Flugsysteme gilt nämlich die gleiche Regelung wie für traditionelle Luftfahrzeuge, es sind demnach ein Lufttüchtigkeitszeugnis und eine Einsatzgenehmigung erforderlich.

Weist die Drohe inklusive Kamera mehr als 25 kg auf, muss die Genehmigung und Prüfung des Luftfahrtsystems auf jeden Fall von der ENAC erteilt werden, sofern die Aufnahmen auf italienischem Staatsgebiet erfolgen. Es geht hier also  um die Prüfung und Zertifizierung der Drohne und des Fahrers bzw. Führers. Genehmigungen von nicht-italienischen Behörden sind nicht zulässig. Der Drohnenführer muss dabei über einen Pilotenschein (Hubschrauber, Flugzeug) verfügen.

Diese Art von Genehmigung kommt einer Fluggenehmigung eines Kleinflugzeugs gleich und ist daher relativ aufwending. Für Filmaufnahmen wird daher geraten, Drohnen und Kameras zu verwenden, die in jedem Fall weniger als 25 kg wiegen.

Über Anbieter zertifizierter Drohnen unter 25 kg in Südtirol kann die BLS Auskunft geben.

Ansuchen für Genehmigungen können an das Büro der ENAC - Direzione Centrale Regolazione Tecnica in Rom an folgende Emailadresse gerichtet werden: apr@enac.gov.it

Informationen und Beratung zum Thema können auch bei dem Amt der ENAC in Bozen eingeholt werden.

ENAC BOZEN 
Manfred Mussner
Tel. +39 0471 252777
m.mussner@enac.gov.it

 
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