Beschäftigung in Italien

EU-Bürger mit Ausnahme von EU-Bürgern aus Rumänien und Bulgarien haben freien Zugang zum italienischen Arbeitsmarkt und benötigen keine Arbeitserlaubnis.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern benötigen eine Arbeitserlaubnis und eine Aufenthaltsgenehmigung, um in Italien arbeiten zu können. Ab 2010 können die Anträge für Arbeitsgenehmigungen ausschließlich über das Internet auf der Website des Innenministeriums (Ministero dell'Interno) angefordert werden; dazu ist vorab eine Registrierung erforderlich. Die auf elektronischem Weg übermittelten Anträge werden vom Innenministerium erfasst und anschließend an die jeweils zuständigen Provinzen weitergeleitet. Alle Anträge werden von den Provinzen und vom Polizeipräsidium (Questura) gemeinsam verarbeitet. Der Arbeitsservice (ufficio servizio lavoro) erteilt dann dem Arbeitgeber die Arbeitsgenehmigung. Sobald die positiven Stellungnahmen vorliegen, wird der Antrag zusammen mit dem Vorschlag für einen Aufenthaltsvertrag (contratto di soggiorno) an die italienischen Botschaften und Konsulate in den Herkunftsländern übermittelt, um dem ausländischen Bürger die Einreise nach Italien mit dem Visum aus Arbeitsgründen (visto d'ingresso per motivi di lavoro) zu gestatten. Innerhalb von acht Tagen ab der Einreise nach Italien hat der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin beim Arbeitsservice den Aufenthaltsvertrag zu unterschreiben und die Erteilung der Aufenthaltsgenehmigung beim Polizeipräsidium auf dem Postweg zu beantragen. Erst jetzt kann das Arbeitsverhältnis angetreten werden.

Für Arbeitnehmer, die von Filmgesellschaften oder von Rundfunk- oder Fernsehunternehmen beschäftigt werden, sind die Anträge nicht beim Innenministerium, sondern bei der Abteilung Arbeitsmarkt - Nationales Arbeitsamt für Bühnenarbeitnehmer (Direzione generale del mercato del lavoro – Ufficio per il collocamento nazionale lavoratori dello spettacolo), die für die Erteilung der jeweiligen Erlaubnis zuständig ist, zu stellen. Das Gesetz sieht die Möglichkeit vor, dass auch außerhalb der Einwanderungsquoten Arbeitsgenehmigungen für abhängige Beschäftigung für Kategorien von ausländischen Arbeitnehmern/Arbeitnehmerinnen, die in der Unterhaltungsbranche tätig sind, erteilt werden können. Die Arbeitsgenehmigung wird aufgrund von Erfordernissen im Zusammenhang mit künstlerischen Produktionen erteilt, bevor der ausländische Bürger nach Italien einreist; dazu muss vorab die vorläufige Erlaubnis seitens der Polizeibehörde (Autorità di pubblica sicurezza) erteilt werden und wird eine Amtsermittlung bei der Staatlichen Vorsorge- und Fürsorgeeinrichtung für Bühnenarbeitnehmer ENPALS über die ordnungsgemäße Beitragszahlung seitens des Unternehmens, d. h. über das Nichtvorliegen von Schulden aus Beiträgen und Nebenabgaben mit Ausnahme solcher, die in Raten entrichtet werden, durchgeführt; außerdem muss eine Stellungnahme der Abteilung Unterhaltung (Dipartimento dello spettacolo) des Ministeriums für Kulturgüter und kulturelle Aktivitäten (Ministero per i Beni e le Attività Culturali) eingeholt werden. Im Anschluss an die Erteilung der Arbeitsgenehmigung kann die zuständige diplomatische oder konsularische Vertretung das entsprechende Einreisevisum ausstellen. Im Falle von künstlerischem Personal oder Personal, das nicht über Zeiträume von mehr als 3 Monaten einzusetzen ist, kann die Arbeitsgenehmigung auch dann beantragt werden, wenn sich der Arbeitnehmer/die Arbeitnehmerin bereits auf italienischem Staatsgebiet befindet. Die Arbeitsgenehmigung wird zunächst für einen Zeitraum von maximal zwölf Monaten ausgestellt.

BLS möchte sich bei Donatella Mugnano, Studio Legale Miccichè - Patriarca aus Rom für die Bereitstellung dieses Kapitels bedanken. (Stand Jän. 2011)

 
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