Urheberrecht

Das Urheberrecht tritt durch den Schaffungsakt eines Werkes in Kraft. Das italienische Zivilgesetzbuch bezeichnet ein Werk als “Form des Ausdrucks geistiger Werke schöpferischer Natur”. Rechtsgrundlage ist also der kreative Schöpfungsakt. Aus diesem Grund gibt es in Italien keine Notwendigkeit, ein  Werk zu registrieren, es anzumelden (z.B. bei der SIAE), oder zu veröffentlichen.

Wie in den meisten Staaten Kontinentaleuropas ist das Urheberrecht auch in Italien im Sinne eines Autorenrechtes konzipiert. Im Fokus hat die Rechtsprechung dabei eine natürliche Person, den Schöpfer des Werkes. Anders verhält es sich beispielweise in den Rechtsystemen angelsächsischer Ländern, allen voran in den USA. Das dort geltende „Copyright“-System, versteht geistiges Eigentum wie Sacheigentum und löst es damit von der Person des Urhebers.

Nur eine natürliche Person kann in Italien ursprünglicher Inhaber von Urheberrechten sein. Sie gilt in diesem Kontext als Schöpfer der geistigen Leistung. Ergänzend hierzu kann beispielsweise das Urheberverwertungsrecht, d.h. das Recht zur kommerziellen Nutzung eines Werkes, auf eine juristische Person, also eine Vertriebs- oder Produktionsgesellschaft übertragen werden.

Das Urheberpersönlichkeitsrecht (diritto morale d’autore) ist somit von Natur aus unverjährbar, unverzichtbar, unveräußerlich - im Falle der Weitergabe des Urheberverwertungsrechtes bleibt das Urheberpersönlichkeitsrecht beim Autor - und autonom, also unabhängig von den wirtschaftlichen Verwertungsrechten. Im Falle schwerwiegender moralischer Gründe kann der Autor immer einen Rückzug des Werkes aus dem Markt erwirken, auch wenn er die wirtschaftlichen Verwertungsrechte abgetreten hat. Das Urheberpersönlichkeitsrecht wirkt unbeschränkt und kann auch von den Erben des Autors geltend gemacht werden. Bei Filmwerken haben die Autoren das Recht auf Nennung Ihrer Namen und ihrer funktionalen Rolle in den Credits.

Das Urheberverwertungsrecht (diritti patrimoniali d’autore) beinhaltet die wirtschaftliche Verwertung, also die Verbreitung, die Kommunikation und alle weiteren Rechte, welche in den Artikeln 12/19 L.633/1941 geregelt sind. Für das Urheberverwertungsrecht gilt eine 70-jährige Schutzfrist, es ist also bis zu 70 Jahren nach dem Tod des Autors gültig. Im Fall von Filmwerken läuft diese 70-jährige Schutzfrist erst im Jahr nach dem Tod des Letztverstorbenen aus dem Kreis der sogenannten Co-Autoren aus. Sobald das Urheberverwertungsrecht erlischt, geht das Werk in öffentliches Eigentum über und ist für jeden frei verwertbar. Dies gilt auch in wirtschaftlicher Hinsicht, sofern die Urheberpersönlichkeitsrechte durch die Verwertung gewahrt bleiben.

Bei einer Filmproduktion stehen die Urheberverwertungsrechte normalerweise exklusiv dem Produzenten zu. Als Produzent gilt, wer die Produktion organisiert, somit das unternehmerische Risiko trägt und in den Credits des Films als Produzent aufgeführt wird.

Die Urheberpersönlichkeitsrechte hingegen stehen den Co-Autoren des Werkes zu:

  • dem Stoffentwickler oder dem Autor des Literaturwerkes, aus dem das Drehbuch entwickelt wird
  • dem Drehbuchautor
  • dem Komponist des für das Filmwerk besonders geschaffenen Werkes der Tonkunst
  • dem Hauptregisseu

BLS möchte sich bei Donatella Mugnano, Studio Legale Miccichè - Patriarca aus Rom für die Bereitstellung dieses Kapitels bedanken. (Stand Jän. 2011)

 
© 2016 IDM Südtirol - Alto Adige I MwSt. Nr. IT 02521490215 | Ausstattungskapital 5.000.000 €