1a-Locations: Polarisierende Perspektiven im Herzen Europas

Geografisch gesehen befindet sich Südtirol im Herzen Mitteleuropas, einer seit jeher zumeist auf der Nord-Südachse genutzten Transitregion. Nördlich und östlich begrenzt die österreichische Seite des Alpenhauptkamms die autonome Provinz Italiens, im Westen stößt Südtirol an den Schweizer Kanton Graubünden. Wendet man sich von Bozen aus Richtung Süden, stößt man zunächst auf die Nachbarprovinzen Belluno (Venetien), Sondrio (Lombardei) und Trentino. Nach einer Stunde Autofahrt passieren wir bereits das beliebte Windsurf-, Bike- und Kletterparadies Gardasee, zwei weitere Stunden führen uns in die weltbekannte Lagunenstadt Venedig. Auf der anderen Seite bringen uns 45 Minuten Fahrzeit auch in eine ganz andere Welt: hinauf in das ewige Weiß der vergletscherten Südtiroler Ganzjahresskigebiete. Südtirol ist eine Region der Gegensätze. Gegensätze, die sich bereichern, ergänzen und beleben. Weiche Talböden erheben sich zu schroffen, exponierten Gipfeln und Graten. Kleine beschauliche Dörfer kontrastieren mit bunten Städten. Tradition und Naturverbundenheit trifft auf Innovation und Fortschritt. Industrie und produzierendes Gewerbe respektieren Natur- und Landschaftsschutzgebiete, die fast 40% der Fläche Südtirols begrünen. Obwohl Südtirol 12 Monate im Jahr als gefragte Urlaubsregion gilt, finden sich hier unzählige stille Plätze mit viel Raum für Körper, Geist, Seele und einmalige Kameraperspektiven. Bei einer Gesamtfläche von 7.400 km2 liegen zwei Drittel oberhalb der 1.600m-Marke, also im alpinen bis hochalpinen Bereich. Ganze 4% der Bevölkerung bewohnen diese Areale. Fast die Hälfte aller Südtiroler lebt dagegen unterhalb von 500 m Meereshöhe. Doch auch diese Dichte ist kein Grund, von einem stark besiedelten Land zu sprechen. Insgesamt kommen auf einen Quadratkilometer nämlich gerade mal 67,9 Südtiroler. Zum Vergleich: In Oberbayern tummeln sich durchschnittlich 245 Einwohner auf der selben Fläche, in der Toskana sind es immerhin 161 (Quelle: www.statista.com).

Es gibt acht Bezirksgemeinschaften, 116 Gemeinden und acht echte Städte: Bozen, Brixen, Bruneck, Glurns, Klausen, Leifers, Meran und Sterzing. Abermals zeigt sich hier die Gegensätzlichkeit der Region. Während Bozen über 100.000 Einwohner zählt, kommt das Marktstädtchen Glurns gerade mal auf 900 Bürger. Ähnlich ausgeprägte Polaritäten finden wir übrigens auch in einer weiteren Dimension: Bozen und seine Umgebung liegen nahezu auf Meereshöhe. Südtirols höchster Berg, der Ortler, kratzt mit seinen 3.904m bereits an der für Alpinisten bedeutenden 4000er-Marke. Die Gegensätze Oben – Unten, Berg und Tal charakterisieren dabei das gesamte Gebiet Südtirols und offenbaren einzigartige Ein- und Ausblicke, je nach dem, von wo aus der Kameramann durch den Sucher schaut. In den Tälern von Etsch, Eisack und Rienz finden wir produzierendes und großlandwirtschaftliches Gewerbe, modernes Leben und viel frequentierte Verkehrsadern. Weit entfernt, bestenfalls als Kulisse nehmen wir von dort die zum Teil vergletscherten Hochgebirgslandschaften wahr. Doch auch oben, Richtung Granit, Dolomit, Eis und Schnee erzählt Südtirol eine lebendige Geschichte. Denn die Hochtäler, Almen und Bergwiesen sind seit Jahrhunderten kultiviert. Begeh- und befahrbare Sättel und Pässe dienen als Verbindungswege für all jene, die sich in dieser kargen und dennoch wunderschönen Umgebung zu bewegen wissen. Bewegende Landschaft für bewegte Bilder.

 
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