Arbeitsverträge

Der Abschluss eines schriftlichen Arbeitsvertrages ist in Italien üblich, wenn auch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Er enthält alle wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses wie Tätigkeitsbereich, Arbeitsort, Bezüge und Zulagen, Arbeitszeiten, Laufzeit des Vertrags, Kündigungsfrist sowie etwaige Sondervereinbarungen. Den Rahmen und Mindeststandard für diesen individuellen Arbeitsvertrag bilden die nationalen Tarifverträge der jeweiligen Branche, die teilweise auf lokaler Ebene durch Landeszusatzverträge und/oder Betriebsabkommen ergänzt werden.

In einem unbefristeten Arbeitsvertrag (contratto a tempo indeterminato) kann schriftlich eine Probezeit von maximal sechs Monaten vereinbart werden, innerhalb derer das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten jederzeit aufgelöst werden kann. Außerhalb dieser Frist müssen Kündigungen schriftlich und – im Fall des Arbeitgebers – unter Angabe von Gründen erfolgen; die Kündigungsfristen sind in den Tarifverträgen festgelegt. Bei Ende eines Arbeitsvertrages haben Arbeitnehmer Anspruch auf eine Abfindung (trattamento di fine rapporto - TFR) in Höhe von rund einem Monatsgehalt pro Jahr.

Neben Regelarbeitsverhältnissen verbreiten sich auch in Italien zunehmend neue und flexiblere Vertragsformen. Befristete Arbeitsverträge (contratti a tempo determinato) sind auf eine Gesamtdauer von 36 Monaten beschränkt und dürfen in dieser Zeitspanne bis zu acht Mal verlängert werden. Daneben gibt es eine Reihe weiterer atypischer Beschäftigungsverhältnisse wie die Projektarbeit (lavoro a progetto), die Teilzeitarbeit (part-time), Arbeit auf Abruf (lavoro intermittente/job on call), Arbeitsplatzteilung (lavoro ripartito/job sharing), Arbeitskräfteüberlassung (contratto di somministrazione) oder geringfügige Beschäftigung (lavoro occasionale di tipo accessorio).

 
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