Elternschaft

Für Frauen mit Festanstellung wird in Italien zwischen einem verpflichtenden und einem freiwilligen Mutterschaftsurlaub unterschieden. Die so genannte obligatorische Mutterschaft dauert fünf Monate und wird in der Regel in zwei Monate vor und drei Monate nach der Geburt unterteilt. In diesem Zeitraum wird das Gehalt im bisherigen Umfang weitergezahlt; auch alle sonstigen Ansprüche bleiben bestehen. Nach Ablauf dieser fünf Monate besteht die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen. Beide Elternteile haben innerhalb der ersten acht Jahre jedes Kindes Anrecht auf jeweils maximal sechs Monate fakultativen Elternurlaub. Insgesamt ist die Elternzeit pro Paar jedoch auf zehn Monate beschränkt; nimmt der Vater mindestens drei Monate Elternzeit steigt diese Obergrenze auf elf Monate.

Für sechs Monate Elternzeit ist eine 30%-ige Lohnfortzahlung vorgesehen. Alle weiteren Monate sind nur abgesichert, wenn sie innerhalb der ersten drei Lebensjahre des Kindes genossen werden und das Einkommen nicht über einem gesetzlich festgelegten Betrag liegt. Während des ersten Lebensjahres des Kindes haben Angestellte das Recht auf eine Ruhepause von bis zu zwei Stunden. Bis zum dritten Lebensjahr haben sie ein uneingeschränktes Recht, bei Krankheit der Kinder zu Hause zu bleiben; danach stehen bis zum achten Lebensjahr für jeden Elternteil fünf Tage pro Jahr zu Verfügung. Für Selbständige gibt es einen eingeschränkten Mutterschutz: Für die fünf Monate rund um die Geburt ist eine finanzielle Entschädigung vorgesehen. In den Genuss von Elternzeit kommen Selbständige nur in wenigen Fällen; Freiberuflerinnen, Projektarbeiterinnen oder freie Mitarbeiterinnen sind davon gänzlich ausgeschlossen.

 
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