Sozialversicherung

Ein großer Teil der Sozialleistungen wird in Italien vom Nationalinstitut für Soziale Fürsorge NISF (Istituto Nazionale della Previdenza Sociale/INPS) erbracht. Das NISF/INPS ist unter anderem für Altesrenten, Invaliditäts- und Hinterbliebenenrenten, Arbeitslosengeld, Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Lohnausgleichszahlungen und Leistungen für finanziell schwache Familien oder Rentner zuständig.

Finanziert werden diese Leistungen über Sozialabgaben auf Gehälter und Einkommen. Arbeitnehmer zahlen dafür rund 9% ihres Bruttogehaltes, der Arbeitgeberanteil ist mit rund 30% ungleich höher. Viele Freiberufler wie Architekten, Steuerberater, Juristen, Ingenieure oder Journalisten haben eigene Sozialversicherungskassen. Freiberufler ohne eigene Kasse zahlen einen Beitrag von rund 26%, sofern sie keine sonstige Pflichtversicherung haben. Sie haben jedoch das Recht, ihren Kunden in Honorarnoten einen 4%-igen Fürsorgebeitrag zu verrechnen. Bei freien Mitarbeitern mit atypischen Arbeitsverträgen wird die Beitragsleistung zu zwei Dritteln vom Auftraggeber übernommen. Unternehmer zahlen einen jährlichen Fixbeitrag plus einen prozentuellen Aufschlag auf den Gewinn.

Gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten werden Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber beim Nationalen Institut für Arbeitsunfälle INAIL (Istituto Nazionale per l'Assicurazione contro gli Infortuni sul Lavoro) versichert. Die Krankenversicherung läuft über den staatlichen Gesundheitsdienst (Servizio Sanitario Nazionale/SSN), der über das Steueraufkommen finanziert wird.

 
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